Alternative für Kastration

Kastration: Praktizierende Tierärzte fordern Improvac-Gipfel

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Ulrich Graf
am Montag, 08.10.2018 - 10:17

Der Bundesverband praktizierender Tierärzte fordert die Bundeslandwirtschaftsministerin auf, kurzfristig einen Improvac-Gipfel einzuberufen, wie die ISN meldet.

In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat laut ISN der Präsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte (bpt), Dr. Siegfried Moder, in dieser Woche gefordert, kurzfristig einen nationalen Improvac-Gipfel einzuberufen. Bund, Länder, Lebensmitteleinzelhandel, Schlachtwirtschaft, Landwirtschaft, Tierärzteschaft sowie Tierschutz- und Verbraucherorganisationen sollten in einem solchen Rahmen an einen Tisch geholt werden, um endlich gemeinsam zu beraten, ob und wie mit Improvac geimpfte Schweine künftig in Deutschland flächendeckend vermarktet werden können.  Auch die Tierärzte treibe die Sorge um, wie es nach dem 1. Januar 2019 mit der Sauenhaltung konkret weitergehen könne, so Moder.

Alternativen reichen nicht

Als Grund für die Sorge nennt Moder gleich mehrere Probleme:

  • Nach derzeitigem Stand gebe es zwar neben der Jungebermast die Möglichkeiten der Ferkelkastration mit Injektions- oder Inhalationsnarkose und die Impfung gegen Ebergeruch.
  • Allerdings ist die Injektionsnarkose mit Azaperon/Ketamin zurzeit nicht möglich, da der Hersteller das Neuroleptikum Azaperon (Handelsname Stresnil®) aus unbekannten Gründen voraussichtlich erst Mitte nächsten Jahres liefern kann und ein alternatives Arzneimittel nicht zur Verfügung steht, so der bpt-Präsident.
  • Die Inhalationsnarkose mit Isofluran sei derzeit aus Zulassungsgründen und der zu geringen Anzahl verfügbarer Apparaturen nicht flächendecken einsetzbar.
  • Im Übrigen dürfte es auch kaum genügend Tierärzte für die Durchführung flächendeckender Injektions- bzw. Inhalationsnarkosen geben, sollte die Afrikanische Schweinepest in Deutschland auftreten, fügte Moder hinzu.

Die Impfung gegen Ebergeruch mit Improvac scheitere derzeit vor allem an fehlenden klaren und einheitlichen Aussagen zur Abnahme von mit Improvac geimpftem Schweinefleisch.