Lebensmittelienzelhandel

ISN entrüstet über "Gutsherrenart à la Edeka"

Lebensmittel
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 03.09.2021 - 11:55

In einem E-Mail-Schreiben an die Schweine-Lieferanten hat Edeka dazu aufgefordert, positive Presse für das Unternehmen zu machen.

Bei der aktuellen Diskussion zu den katastrophal niedrigen Schweine- und Ferkelpreisen sowie um das Marktverhalten der großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels hat nun die Edeka Südwest Fleisch GmbH (ein 100 %-iges Tochterunternehmen der Edeka Südwest) laut der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschland (ISN) ein mehr als fragwürdiges Verhalten an den Tag gelegt.  

Die Geschäftsführer von Edeka beklagen sich in einem E-Mail-Schreiben an die Schweine-Lieferanten über die Kritik am Unternehmen unter anderem von Seiten der Landwirtschaft beziehungsweise aus den (landwirtschaftlichen) Medien. Im weiteren Verlauf des Schreibens würden dann die Lieferanten aufgefordert, die Medien im Sinne des Unternehmens aktiv zu beeinflussen. Zudem solle über diese erfolgten Maßnahmen gegenüber der Edeka Südwest Fleisch quasi einen Leistungsnachweis erbracht werden.

Dazu meint die ISN: Ungeheuerlich! So eine Selbstherrlichkeit stinkt zum Himmel! Während es bei den Bauern um die nackte Existenz geht, sorgt man sich bei der Edeka Südwest Fleisch nur um den eigenen Ruf – und dies mit äußerst zweifelhaften Methoden. Von demokratischen Grundwerten wie der Meinungsfreiheit hält man im Unternehmen hingegen scheinbar nicht viel. Wer sich trotz begründeter Kritik so wie hier verhält, für den sind Negativpreise wie die Kotzwurst von Greenpeace längst nicht genug. Edeka Südwest Fleisch überschreitet hier ganz klar eine rote Line.