Vogelgrippe

Geflügelpest: Experten stufen Risiko geringer ein

Geflügelpest
aiz
am Mittwoch, 30.06.2021 - 08:12

Demnach wird die Gefahr eines Eintrags des Erregers in Geflügelhaltungen je nach Region als "gering bis mäßig" eingestuft.

Riems - Das Friedrich-Loeffler-Institut hat vergangene Woche seine Risikoeinschätzung zum Auftreten der Geflügelpest aktualisiert. Demnach wird die Gefahr eines Eintrags des Erregers in Geflügelhaltungen je nach Region als "gering bis mäßig" eingestuft. Das Institut mahnt aber nach wie vor zur Vorsicht beim Verbringen innerhalb der EU-Mitgliedstaaten in Bezug auf Länder mit derzeit aktivem Geschehen. Zudem sollte die Biosicherheit in den Geflügelhaltungen weiterhin überprüft und optimiert werden, so die Experten.

Letzte Ausbruchsmeldung am 27. Mai

Nach wie vor treten in Deutschland und 19 europäischen Ländern Infektionen mit Geflügelpestviren (HPAIV) des Subtyps H5 auf. Der letzte Ausbruch bei Geflügel in Deutschland wurde am 27. Mai gemeldet. "Derzeit ist von einem geringen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen innerhalb Deutschlands auszugehen. Für Wassergeflügelhaltungen wird die Gefahr des unerkannten Zirkulierens von HPAI H5-Viren und der Verbreitung zwischen Geflügelbeständen ebenfalls als gering eingeschätzt. Im Umfeld von Fundorten infizierter Wildvögel ist eine risikobasierte Einschränkung der Freilandhaltung (Aufstallung) von Geflügel zu empfehlen", so die Experten. Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten, insbesondere im Hinblick auf den Vogelzug in den kommenden Wochen.

Außerhalb Deutschlands wurden laut dem Institut seit Oktober 2020 mittlerweile 1.033 Ausbrüche bei Geflügel sowie 1.080 bei Wildvögeln und Vögeln in Tierparks in 28 europäischen Ländern gemeldet, mit Verlusten von mehreren Millionen Tieren. Seit dem 21. April 2021 meldeten elf europäische Länder bis Mitte Juni rund 200 neue Ausbrüche bei Geflügel, wobei die Mehrzahl der Meldungen aus Polen erfolgte.