Tiergesundheit

Die Gefahr aus der Luft

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Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Montag, 13.09.2021 - 16:53

Tierhalter müssen das auf dem Schirm haben. Schwäne, Gänse, Kraniche und Co. ziehen wieder in die Winterquartiere. Mit ihnen kommt das Risiko der Vogelgrippe zurück.

Der Zug der Wildvögel hat begonnen und damit steigt das Risiko eines Ausbruchs der Geflügelpest. Seit dem 30.10.2020 wurde Geflügelpest deutschlandweit bei mehr als 1350 Wildvögeln und in 257 Geflügelhaltungen, davon in sechs Fällen bei gehaltenen Vögeln (Tierparke) in Deutschland festgestellt.
„Im letzten Jahr kündigte sich bereits im August die Gefahr einer Einschleppung der Geflügelpest an, denn es trat zu dem Zeitpunkt eine Serie von Ausbrüchen des hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5 bei Geflügel und Wildvögeln im südlichen Rand des westsibirischen Tieflands, das ein bekanntes Rastgebiet auf der Wanderroute vieler Wasservogelarten auf dem Zug nach Europa ist, auf“, erinnerte Mecklenburg-Vorpommerns Umwelt- und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.
„Es ist bekannt, dass der indirekte oder direkte Wildvogelkontakt bei der Einschleppung des Geflügelpestvirus in die Geflügelhaltungen eine wesentliche Rolle spielt. Diese Kontakte gilt es zu unterbinden. Insofern muss ich die Geflügelhalter vor dem nahenden Herbst dringend aufrufen, Biosicherheit in ihren Beständen groß zu schreiben. Szenarien wie 2016/17 und 2020/21 dürfen sich nicht wiederholen“, so Backhaus.
Geflügelhalter, die ihre Tiere nicht ausschließlich in Ställen halten, haben eine besondere Verantwortung bei der Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen. Hierzu gehört vor allem die Pflicht, das zuständige Veterinäramt über unklare Krankheits- bzw. Todesfälle bei Geflügel zu informieren und die Tiere schnellstmöglich auf Geflügelpest untersuchen zu lassen. Des Weiteren darf Wildvögeln kein Zugang zu Futter und Einstreu gewährt werden. Tiere dürfen zudem nicht mit Oberflächenwasser getränkt werden, zu dem wildlebende Vögel Zugang haben.