Tierfütterung

Futtermittel stammen zu rund 90 % aus Deutschland

Mähen
Bundesinformationszentrale Landwirtschaft
am Mittwoch, 07.07.2021 - 08:56

Nur bei Eiweiß gibt es eine Versorgungslücke, die mit Importen gefüllt werden muss - vorwiegend mit Sojaschrot aus den USA und Brasilien.

Die Landwirte in Deutschland halten etwa 11,3 Millionen Rinder, 26 Millionen Schweine und 173,6 Millionen Hühner, Puten, Enten und Gänse. 89 Prozent der dafür benötigten Futtermittel stammen aus heimischem Anbau.

Für tierhaltende Betriebe ist das Futter neben dem Stallbau der größte Kostenblock. Deshalb sind die meisten Betriebe bestrebt, einen möglichst großen Teil der benötigten Futtermittel selbst anzubauen. Dafür werden rund 60 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland genutzt. Etwas weniger als die Hälfte der Futterbauflächen sind Dauergrünland, der andere Teil Ackerland.

Soja ist wichtigstes Importfuttermittel

Die mengenmäßig wichtigsten Futtermittel sind Silomais, Gras, Getreide, Raps und Soja. Bis auf Soja werden diese Futtermittel fast ausschließlich in Deutschland angebaut. Zwar wächst die Sojaanbaufläche in Deutschland, doch die erzeugten Mengen reichen bei weitem nicht aus, um den Gesamtbedarf zu decken.

2020 wurden knapp 3,9 Millionen Tonnen nach Deutschland importiert. Damit ist Soja das mit Abstand wichtigste Importfuttermittel. Es stammt vor allem aus den USA und Brasilien. Insbesondere für die Mast von Geflügel und Schweinen ist Soja von Bedeutung für die Eiweißversorgung der Tiere.

Der große Vorteil der Pflanze ist ihr hoher Eiweißgehalt und eine besonders günstige Eiweißzusammensetzung, die den Bedarf der meisten Nutztiere optimal abdeckt. Hinzu kommt, dass sie Eiweiße relativ günstig zur Verfügug stellt. Da die Nachfrage weltweit wächst, nehmen die Anbauflächen immer weiter zu. Im Jahr 2020 wurde Soja auf einer Fläche angebaut, die dreieinhalb so groß ist wie Deutschland.

Durch den günstigen Preis und den hohen Futterwert bei der Eiweißversorgung hat Soja heimische Eiweißpflanzen größtenteils verdrängt. Lange Zeit wurde der Eiweißbedarf der Nutztiere mit Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Gras und anderen eiweißreichen Kulturen aus heimischem Anbau gedeckt. Doch Eiweißgehalte und - zusammensetzung dieser Kulturen sind ungünstiger als bei Soja. Zudem enthalten zum Beispiel Ackerbohnen schlecht verdauliche Inhaltsstoffe, die Wachstum und Leistung der Tiere beeinträchtigen.