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Ukrainekrieg und die Folgen

Futter für Öko-Tierhalter wird knapp

Gefluegelhaltung-Hennen
Simon Michel-Berger
am Freitag, 08.04.2022 - 10:01

Die Futterknappheit insbesondere in der Öko-Tierhaltung spitzt sich zu. Mittlerweile geht auch die Bundesregierung davon aus, dass es ab Mai zu ersten Versorgungsengpässen bei Bio-Eiweißfuttermitteln kommen kann.

Bereits ab „Mai/Juni 2022“ rechnet die Bundesregierung damit, dass der Versorgungsengpass bei Bio-Eiweißfuttermitteln sich „in ersten ökologischen Tierhaltungen, vornehmlich Geflügelhaltungen in Norddeutschland,“ bemerkbar machen wird. Das geht aus der Antwort auf die schriftliche Anfrage des CSU-Bundestagsabgeordneten Alexander Engelhard vom März diesen Jahres hervor, die agrarheute vorliegt. Damit hat der russische Überfall auf die Ukraine kurzfristig massive Folgen für die Öko-Tierhaltung in Deutschland. Laut Bundesregierung begründet diese Einschätzung mit „Abfragen von Öko-Verbänden bei Futtermittel-Unternehmen“.

Wie will die Bundesregierung das Futtermittelproblem lösen?

In seiner Anfrage wollte der Bundestagsabgeordnete Alexander Engelhard auch wissen, wie die Bundesregierung eine bedarfsgerechte Fütterung von Öko-Nutztieren sicherstellen will. Daraufhin erklärt die Bundesregierung, dass sie „in engem Kontakt mit der Europäischen Kommission, den Bundesländern und den Wirtschaftsbeteiligten steht, um eine rechtssichere Lösung für die sich abzeichnenden Versorgungsengpässe bei den Futtermittelherstellern zu finden“. Wie die Bundesregierung in Beantwortung der Anfrage betont, sei es ihr „oberstes Ziel“, die „bedarfsgerechte Fütterung der ökologisch gehaltenen Nutztiere unter Berücksichtigung der Futtermittelsicherheit “ sicherzustellen.

Lage schlimmer als zunächst angenommen?

Der Bund Ökologische Lebensmittel (BÖLW) hat noch Ende März davor gewarnt aufgrund der gestörten Warenströme aus der Ukraine und der Schwarzmeerregion jetzt Panik zu schüren. Laut dem Verband bedeute Bio auch, dass die Tierhaltung flächengebunden sei. Das heiße, dass die Höfe einen bedeutenden Teil des Futters auf dem Hof anbauten oder von Kolleginnen und Kollegen aus der Region beziehen würden. Der BÖLW hatte allerdings bereits Ende März gefordert in der aktuellen Notlage eine Ausnehme zuzulassen, die es erlaube, dass alle Bio-Tiere mit einem gewissen Anteil konventioneller Eiweißfuttermittel versorgt werden könnten.