Rinderzuchtverbände

Fundament für ProRind steht

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 25.06.2021 - 11:44

Die Mitgliederversammlung des Zuchtverbandes Schwarzbunt und Rotbunt Bayern e.V. stellt die Weichen.

Rinderzucht

Bei der Mitgliederversammlung des Zuchtverbandes Schwarzbunt und Rotbunt Bayern e.V. (SRB) stimmten die teilnehmenden Mitglieder mit einer überwältigenden Mehrheit von 95 % für eine Auflösung des Zuchtverbandes und machen damit den Weg frei für eine Fusion mit der Allgäuer Herdebuchgesellschaft (AHG) zu ProRind.

Pünktlich zur Sommersonnenwende am 21.06.2021 entschieden sich die Mitglieder des SRB in einer Online-Mitgliederversammlung zu einem Wendepunkt in der Organisationsstruktur der bayerischen Rinderzucht. Mit der Fusion des SRB mit der AHG soll eine starke, bayernweit tätige Zuchtorganisation mit ca. 150.000 Herdbuchkühen entstehen. Braunvieh, Holsteins und Fleckvieh werden in ProRind betreut werden. Zukünftiger Sitz soll am neu im Bau befindlichen Vermarktungszentrum in Unterthingau sein.

Dabei betonten die beiden Vorsitzenden, Fritz Lutzenberger (SRB) und Norbert Meggle (AHG) die Wichtigkeit einer starken Zusammenarbeit unter den Rinderzüchtern gerade im aktuellen brisanten Umfeld und der gesellschaftlichen Diskussion um Klima, Umwelt und Tierschutz und dem daraus resultierenden massiven Strukturwandel speziell in der Tierhaltung. Eine Bündelung der Kräfte ist der richtige Weg für die bayerischen Zuchtorganisationen. Mit ihrem ansteckenden Optimismus führen die Vorsitzenden beide Verbände in eine vorteilhafte Richtung.

Bündelung des Angebots

Zucht, Vermarktung und Beratung sind die erklärten Ziele der neu entstehenden Organisation. Der Vorsitzende des SRB und der Vorsitzende der AHG wollen das bisherige Verbandsgebiet des SRB verantwortungsvoll und vertrauensvoll in die neue Organisation einbinden. Speziell für die vom Marktort weit entfernten Gebiete soll über den Außendienst die Betreuung der Betriebe garantiert werden. Als Service soll insbesondere die EDV-gestützte neutrale Anpaarungsberatung ausgebaut werden. Zugleich soll die Herdentypisierung (genomische Untersuchung der weiblichen Nachzucht) als züchterisches Instrument noch erweitert werden.

Vom neuen Vermarktungsstandort verspricht man sich eine weitere Bündelung des Angebotes, insbesondere auch für Käufer aus Italien und Südtirol. Angesichts schwieriger werdender Drittlandsexporte von Zuchtvieh sind diese Zukunftsmärkte für Bayern strategisch günstig gelegen. Und auch für marktferne Gebiete werde eine Sogwirkung auf die Nachfrage und Preise im In-und Ausland erreicht.