Ferkerlerzeugung

Frankreichs Fleischverabeiter setzen auf Ferkelkastration

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 21.12.2020 - 09:00

Frankreich will die betäubungslose Ferkelkastration ab 2022 verbieten. Die Fleischverarbeiter halten aber nichts von der Ebermast.

Isoflurannarkose-Ferkelkastration

In Frankreich haben die Fleischverarbeiter gefordert, an der Mast von kastrierten Schweinen festzuhalten. Die Interprofession der Branche (Culture Viande) appellierte in der vergangenen Woche an alle Akteure der Wertschöpfungskette, gemeinsam alle technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zu prüfen, um auch nach dem Verbot der betäubungslosen Kastration zum 1. Januar 2022 Fleisch von kastrierten Ebern zu erzeugen. Alternativen seien vorhanden und müssten nun so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Aus Sicht der Fleischverarbeiter bringt das Fleisch von unkastrierten Ebern einige Probleme mit sich, explizit nennt Culture Viande neben der Geruchsbildung auch einen geringeren Fettanteil sowie eine fehlende Eignung für die Herstellung von Trockenpökelware. Mit der Kastration werde zudem auch aggressives Verhalten vermieden, was aus Sicht des Branchenverbandes dem Tierschutz dient. Das Wohlergehen der Schweine müsse über den ganzen Produktionszyklus bewertet werden. Die französische Regierung hatte im Januar
angekündigt, die betäubungslose Kastration von Ferkeln nur noch bis Ende 2021 zu erlauben.

Im Juli hatte eine große Gruppe von Erzeugern angekündigt, einen Verzicht auf die Kastration anstreben zu wollen; zugesichert wurde aber, auf spezifische Bedürfnisse des Marktes Rücksicht zu nehmen. Mit der Genossenschaft Cooperl setzt einer der größten Schweineerzeuger des Landes schon länger weitgehend auf die Ebermast. Das Unternehmen setzt unter anderem auf Systeme, die den störenden Geruch am Schlachtkörper erkennen.

Mit Material von AgE
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