Wildtierbestände

Forschungsbericht ermittelt robuste Gamsbestände in Bayern

Gams
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 20.10.2021 - 12:08

Die Landesregierung betrachtet die Sorge über zu geringe Gamsbestände als unbegründet und führt dazu Forschungsergebnisse an.

Die Basis für die Einschätzung der Landesregierung liefern wildbiologische Forschungsergebnisse aus zwei Forschungsgebieten im Karwendel und im Chiemgau. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass auf 12.500 Hektar zwischen 1.200 und 1.500 Tiere vorkommen, wie Staatsministerin Michaela Kaniber in München mitteilte.

Sie zieht daraus den Schluss, dass es den Gämsen weit besser geht, als manche immer wieder vermutet haben. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gams in Bayern keineswegs gefährdet sei. Dieser Eindruck sei zuletzt fälschlicherweise durch die Aufnahme der Gams in die Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands entstanden.

Populationsgröße, Geschlechterverhältnis und räumliche Verteilung ermittelt

Das von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft durchgeführte und von Wissenschaftlern begleitete Projekt wird gemeinsam mit den Forstbetrieben Bad Tölz und Ruhpolding der Bayerischen Staatsforsten durchgeführt. Mit wildbiologischen Methoden, wie GPS-Telemetrie, Fotofallen-Monitoring und genetischen Kot-Analysen, werden Daten über die Gams und andere Schalenwildarten erhoben.

Die Studie macht Aussagen über die Populationsgröße, das Geschlechterverhältnis oder die räumliche Verteilung der Tiere in den beiden Projektgebieten. Dabei zeigten sich enorme Unterschiede bei der räumlichen Verteilung der Tiere: Bereiche mit sehr vielen Gämsen auf engstem Raum wechseln mit Teilflächen, auf denen sich nur wenige Tiere aufhalten. Ähnlich unterschiedlich ist die Verteilung der Gämsen im jahreszeitlichen Verlauf, wie sich aus den Bewegungsdaten von GPS-besenderten Tieren ermitteln ließ.

Daten fließen in das Bestandsmanagement ein

Mit diesen Daten ist es nun in Bayern möglich, die Ergebnisse der seit einigen Jahren üblichen „Gamszählungen“ zu vergleichen. So kann erstmals die „Dunkelziffer“ der bei solchen Zählungen nicht erfassten Tiere für die Praxis nutzbar gemacht werden.

Mit diesen Ergebnissen liegt nun der Ministerin zufolge ein belastbares Bild über den Zustand der Gamsbestände in den Projektgebieten vor. Die Erkenntnisse sollen nun in das  Jagdmanagement einfließen und mit der Verjüngungssituation in den Wäldern oder der Freizeitnutzung verknüpft werden.