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Fleischmarkt

Ferkelkastration: ISN wirft Schlachtern Scheinheiligkeit vor

Ferkel
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 09.03.2020 - 16:24

Die Schlachter würden alle Verfahren akzeptieren, jedoch nicht gleichwertig bezahlen.

In einer Umfrage hat das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) bei den zehn größten Schlachtunternehmen Deutschlands die Positionen zu den alternativen Verfahren zur betäubungslosen Ferkelkastration abgefragt. Größtenteils wird die Kastration unter Inhalationsnarkose bevorzugt. Einigkeit herrscht auch in der Einschätzung, dass die Vermarktung von Eberfleisch schwierig ist. Gegensätzliche Aussagen werden zur Fleischqualität und Vermarktbarkeit von immunkastrierten Tieren gemacht.

Für die ISN macht die Umfrage unter den Schlachtern noch einmal deutlich, dass sie die Problemlösung auf die Schweinehalter abwälzen wollen: Alle Verfahren würden akzeptiert, jedoch nicht gleichwertig bezahlt. Das sei scheinheilig.

Die Schweinehalter müssten schon bald eine Entscheidung treffen, ob sie zukünftig auf die Kastration ihrer Ferkel verzichten können. Sollte keine gesicherte Vermarktung von Eberferkeln möglich sein, müssten die Sauenhalter nach Wegen für die Fortsetzung der Kastration suchen.