Tierwohl

Ferkelkastration: Anträge auf Narkosegeräte bald wieder möglich

Josef Koch
Josef Koch
am Mittwoch, 12.08.2020 - 15:17

In den ersten beiden Septemberwochen können Sauenhalter Anträge für Isoflurannarkosegeräte stellen. Marken Sie sich den Termin im Kalender.

Ferkel-Stall-Abferkel

Ferkelerzeuger aufgepasst:  Vom 31. August bis 14. September 2020 können die Betriebe nochmals Anträge zur Förderung eines Isofluran-Narkosegerätes stellen. Bereits Anfang Juli hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium die Frist für das Einreichen der konkreten Auszahlungsanträge auf den 15. Oktober 2020 verlängert.

Ab 1. Januar 2021 wird die betäubungslose Ferkelkastration in Deutschland Geschichte sein. Bundesagrarministerin Julia Klöckner betont unmissverständlich, dass sie an diesem neuen, höheren Standard festhalte und deshalb den Tierhaltern unter die Arme greife, um die Umstellung zu ermöglichen.

Ab 2021 dürfen Ferkel nicht mehr betäubungslos kastriert werden, eine wirksame Schmerzausschaltung muss gewährleistet sein. 

Fristverschiebung für Kastrationsverbot ausgeschlossen

Klöckner schließt Ausnahmen und eine Verschiebung des Verbots der betäubungslosen Kastration rigoros aus. Um das Mehr an Tierwohl ab Beginn des kommenden Jahres zu sichern, hat die Bundesministerin eine Verordnung erlassen, die es Landwirten oder anderen sachkundigen Personen ermöglicht, die Vollnarkose mit dem Tierarzneimittel Isofluran durchzuführen.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die notwendige Sachkunde theoretisch und praktisch in einer Schulung erlangt und nachgewiesen wurde. Mindestalter, räumliche Ausstattung und andere Kriterien müssen zudem erfüllt sein. Die Landwirte erhalten bei der Anschaffung von Narkosegeräten (Isoflurannarkose) Unterstützung: Für 2020 stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die Zuwendung ist auf maximal 5.000 Euro je Sauenhalter begrenzt.