Seuchen

Erstmals seit 2009 wieder Blauzungenkrankheit

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Ulrich Graf
am Freitag, 14.12.2018 - 14:56

Besonders betroffen sind Rinder und Schafe, aber auch Ziegen und andere Wiederkäuer können infiziert werden. Für den Menschen ist der Erreger nicht gefährlich.

In Baden-Württemberg ist im Kreis Rastatt am 12. Dezember 2018 der Ausbruch der Blauzungenkrankheit in einem Rinderhaltungsbetrieb amtlich festgestellt worden. Die Infektion wurde im Rahmen eines Monitorings diagnostiziert. Das nationale Referenzlabor für Blauzungenkrankheit des Friedrich-Loeffler-Institutes hat bei Rindern das Blauzungenvirus Serotyp 8 festgestellt. Im betreffenden Tierbestand wurden keine Krankheitserscheinungen festgestellt. Von der um den Ausbruchsbetrieb eingerichteten Restriktionszone von 150 Kilometern sind die Länder Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland betroffen.

Deutschland hat nun den seit 2012 bestehenden Status „frei von der Blauzungenkrankheit" verloren. Infolgedessen ist mit Handelsrestriktionen zu rechnen, die gegebenenfalls auch den Drittlandhandel betreffen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) prüft derzeit bilaterale Abkommen mit wichtigen Handelspartnern, um den Kälberhandel weiter zu ermöglichen.

Einzelne Bundesländer empfehlen daher, die Impfung der Tiere, um diese zu schützen. Eine Impfung von Wiederkäuern sollte spätestens vor dem Weideaustrieb durchgeführt werden.

Bayern nicht in der Risikozoen

Trotz der Nähe zu Bayern wurde bisher die 150-km-Restriktionszone nicht auf die bayerischen Gebiete ausgeweitet.

Die Folgen sind nun Handels- und Verbringungseinschränkungen: das Verbringen von Rindern, Schafen, Ziegen und gehaltenen Wildwiederkäuern innerhalb von Baden-Württemberg ist ohne vorherige Impfung oder Laboruntersuchung mit Genehmigung des jeweils zuständigen Veterinäramtes möglich, sofern die Tiere beim Verbringen keine Krankheitssymptome aufweisen oder die auf Blauzungenkrankheit hinweisen sowie der Tierbestand nicht wegen eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit gesperrt ist.

Die Impfung von Rindern und Schafen ist nach wie vor möglich. Allerdings dauert es bis zum benötigten Impfschutz mehrere Wochen. Die Bayerische Tierseuchenkasse bezuschusst die freiwillige Impfung von Rindern.