Tierwohl

Einzelhaltung von Kälbern in Boxen droht ein Verbot

Kälberhütte
Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Donnerstag, 12.09.2019 - 11:57

Die Europäische Bürgerinitiative "End the Cage Age" hat 1,5 Millionen Unterschriften gesammelt. Damit muss die EU-Kommission sich mit ihren Forderungen beschäftigen.

Am gestrigen Mittwoch, 11. September 2019, endete die Unterschriftensammlung zur Abschaffung der Käfighaltung. Mit den erzielten 1,5 Millionen Unterschriften überspringt die europäische Bürgerinitiative die auf eine Million festgesetzte Schwelle deutlich. Damit muss sich die EU-Kommission mit ihren Forderungen beschäftigen.

Zu den Systemen der Käfighaltung zählt die Bewegung unter anderem den Kastenstand bei Sauen, ausgestalteten Käfige für Legehennen, die Einzelhaltung von Kälbern in Boxen sowie Käfigsysteme für die Mast von Wachteln, Kaninchen und Wassergeflügel.

Die Stimmen wurden in den vergangenen zwölf Monaten von über 170 europäischen Tier- und Umweltschutzorganisationen gesammelt. Zu dem von  Compassion in World Farming (CIWF) ins Leben gerufenen Netzwerk gehören in Deutschland unter anderem die Albert Schweitzer Stiftung, Animal Equality, das Deutsche Tierschutzbüro, Provieh und Vier Pfoten.

Nach ersten Schätzungen kommen rund 500.000 der Unterschriften von Menschen aus Deutschland – das ist mehr als ein Drittel aller EU-weit gesammelten Unterschriften. Die Zahlen sind noch nicht entgültig, da derzeit noch postalisch eingereichte Unterschriften ausgezählt werden. 

Mit Kampfbegriffen wie "Cage Fighter" agiert

Um das Ziel von einer Million Unterschriften zu erreichen, hatte das »End the Cage Age«-Bündnis seit September vergangenen Jahres in der gesamten EU Veranstaltungen durchgeführt, mit einflussreichen Abgeordneten und Prominenten zusammengearbeitet und eine neue digitale Kampagnenplattform namens »Cage Fighter« vorgestellt. Mit dieser konnten Unterstützer der Bewegung selbst Unterschriften sammeln. Mehr als 4.400 Menschen haben letztendlich ihre eigenen Mikro-Kampagnen gegen Käfighaltung gestartet.

Eingeführt wurde die Möglichkeit der Europäischen Bürgerinitiative mit dem EU-Vertrag von Lissabon. Bei Erreichen der erforderlichen Unterschriftenzahl ist die Europäische Kommission gehalten, deren Forderungen unverzüglich zu veröffentlichen und die Organisatoren auf angemessener Ebene zu empfangen. Zugleich sind die Forderungen von der Behörde rechtlich binnen drei Monaten zu prüfen. Die Organisatoren müssen auch die Gelegenheit erhalten, die Initiative bei einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament vorzustellen.