Rückgang bei Biodiesel

Deutlich weniger gentechnikfreies Rapsschrot

Thumbnail
Ulrich Graf
am Mittwoch, 21.11.2018 - 15:30

Bei der Biodieselherstellung bleibt Rapsschrot zurück. Mit dem Rückgang des Biosprits fällt auch weniger Schrot als Koppelprodukt an.

Thumbnail

2017 wurden in Deutschland 9,2 Mio. t Raps verarbeitet. Daraus entstanden knapp 4 Mio. t Rapsöl und 5,2 Mio. t Rapsschrot. Da Raps in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt ohne Einsatz von Gentechnik erzeugt wird, gilt auch das Nachprodukt Rapsschrot als „gentechnikfrei“ (GVO-frei). Das fördert den Einsatz vor allem in der Milchviehfütterung, denn hier kann es Sojaschrot vollständig ersetzen. Hintergrund ist die verstärkte Nachfrage nach Milchprodukten, die mit dem Prädikat „ohne Gentechnik“ ausgezeichnet sind.

Rapsschrot verringert aber auch die Abhängigkeit von Importen an GVO-Soja bzw. GVO-Sojaschrot. Von den knapp 4 Mio. t Rapsöl wurden nur noch 33 % für Nahrungszwecke und 66 % für technische Zwecke bzw. zur Energiegewinnung verwendet. Sollte zukünftig der Bedarf an Rapsöl zur Biodieselproduktion schrumpfen, weil Biodiesel als Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs nicht mehr gefördert wird, würden über 60 % der produzierten Rapsschrotmenge wegfallen. Diese Lücke müsste folglich durch Sojaimporte gedeckt werden. Rein rechnerisch wären das im zurückliegenden Jahr immerhin 3,5 Mio. t Rapsschrot gewesen. Um diese Menge zu kompensieren, wären jährlich 2,7 Mio. t mehr Sojaschrotimporte notwendig, was über 1 Mio. ha Sojaanbauentspricht. Damit würde sich der Trend, einheimische gentechnikfreie Proteinträger zu fördern, umkehren. Denn erst seit 2012 deckt Rapsschrot die Hälfte des verfütterten Schrotes in Deutschland.

Ein Aspekt, der in der aktuellen Diskussion um sogenannte „indirekte Landnutzungsänderungen“ (iLUC) zu wenig Beachtung findet, stellt die UFOP fest. Die Berücksichtigung dieses Substitutionseffektes in der Treibhausgas-Bilanzierung würde heimischen Raps im Wettbewerb um die THG-Effizienz besserstellen. Die UFOP empfiehlt diesen Ansatz, um die Bedeutung des Rapsanbaus in getreidereichen Fruchtfolgesystemen zu sichern, auch mit Blick auf die vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigte Ackerbaustrategie. Der heimische Rapsanbau leiste so einen Beitrag zur THG-Minderung auf dem Acker und im Tank.