Gesundheit

Corona: Keine Gefahr durch Nutztiere für Halter

Josef Koch
Josef Koch
am Montag, 09.11.2020 - 05:00

Für Tierhalter besteht keine Gefahr, sich an Rindern oder Schweinen mit dem Coronavirus zu infizieren. Das trifft bisher auch für Haustiere zu. Problematisch sind Nerzfarmen.

Melkstand-Melken-Kühe-Bäuerin

Nach aktuellen Studien des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) sind landwirtschaftliche Nutztiere nicht mit Coronavirus (SARS-CoV-2) infizierbar. Sie sind damit keine Gefahr für Menschen sowie Landwirtinnen und Landwirte.

Auch gibt es laut Bundeslandwirtschaftsministerium bislang keine Hinweise, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen mit SARS-COV-2 infiziert haben.

Die Bundesagrarministerin Julia Klöckner, hatte das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), beauftragt, Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber SARS-CoV-2 durchzuführen. 

    Die wichtigsten Forschungsergebnisse

    So stellte das FLI fest, dass die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere – wie Schweine und Hühner – nicht infizierbar sind. Bei einzelnen Tieren – wie Rinder – konnten die Experten lediglich eine minimale Virusvermehrung beobachten, die auch nicht an Kontakttiere weitergegeben wurde.Von diesen Tieren geht demnach keine Gefahr der Übertragung des Virus SARS-CoV-2 auf den Menschen aus.

    Bei den Haustieren liegen keine Hinweise vor, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen mit SARS-CoV-2 infiziert haben. Allerdings konnten FLI-Forscher bei Katzen, Hunden und gehaltenen Nerzen SARS-CoV-2-Infektionen im Feld nachweisen und auch experimentell untersuchen.

    Das FLI und das Robert-Koch-Instituts geben hinsichtlich der sporadisch auftretenden Infektionen bei Katzen oder Hunden klare Handlungsempfehlungen. Diese stellen sicher, dass solche Infektionen gegebenenfalls entsprechend nachverfolgt und analysiert werden können.

    Seit Juni 2020 hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft deshalb eine Meldepflicht für Corona-Infektionen bei Haustieren eingeführt, um Erkenntnisse über Vorkommen, Übertragung und Ausbreitung zu erhalten. Das FLI beobachtet fortlaufend die Entwicklung im Tierbereich und führt kontinuierlich Studien zu weiteren wissenschaftlichen Fragen zu SARS-CoV-2 bei Tieren durch.

    Problem Nerzfarmen

    Probleme bereiten indes Nerzfarmen. In Deutschland spielt die kommerzielle Haltung von Nerzen jedoch keine Rolle mehr. Der Eintrag von SARS-CoV-2 in Nerzfarmen durch infizierte Menschen ist mittlerweile für Nerzfarmen, beispielsweise in den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Spanien und den USA beschrieben.

    Dort kommt es zur Ausbreitung in den zum Teil sehr großen Beständen (oft mehr als 10.000 Tiere) und auch zu klinischen Erkrankungen bei Nerzen. Daher hat Dänemark mit dem Keulen der Nerzbestände begonnen. Variationen der SARS-CoV-2-Genomsequenzen in Nerzen sind beschrieben worden (z. B. in Dänemark und in den Niederlanden).

    Zudem gibt es Hinweise auf zoonotische Übertragungen vom Nerz auf den Menschen. Das FLI verfolgt im Auftrag des Bundesministeriums intensiv die weitere Entwicklung.