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Pensionspferde und Reiten

Corona – was gilt im Reitstall?

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Andrea Tölle
Andrea Tölle
am Donnerstag, 17.02.2022 - 14:10

Das Wochenblatt hat bei bayerischen Ministerien den aktuellen Stand eingeholt. Es sind Lockerungen angesagt.

Update 17.02.2022: Es stehen Lockerungen an

Bayern ist Team Vorsicht, aber auch Team Freiheit, schreibt Ministerpräsident Markus Söder auf Twitter. Innerhalb des nächsten Monats sollen Lockerungen erfolgen. Was ändert sich konkret? Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums gab Antwort auf unsere Fragen.

1) Bisher galt ja 2Gplus in Reithallen, ist das jetzt aufgehoben?

Ja, die 15. BayIfSMV sieht in der ab 17. Februar geltenden Fassung keine 2G-plus-Regelung mehr vor. Für die eigene aktive sportliche Betätigung, worunter auch das Reiten in Reithallen fällt, gilt nunmehr gemäß § 5 Abs. 2 die 3G-Regelung.

 

2) Dürfen Ungeimpfte jetzt auch wieder Pferdesport auf Reitplätzen und in Hallen betreiben und Reitunterricht auch in Hallen nehmen?

Ja, folglich dürfen auch Ungeimpfte mit Testnachweis wieder eigenen Pferdesport betreiben und dabei auch Unterricht nehmen.

 

3) Falls die Ungeimpften getestet werden müssen, wer muss das kontrollieren?

Zur Kontrolle der Einhaltung der G-Regelungen sind weiterhin die Betreiber verpflichtet.

 

4) In Reitschulen durften Eltern unter Einhaltung von 2G plus und Abstandshaltung zuschauen. Gilt hier jetzt auch 2G? Muss der Reitschulbetreiber den Status kontrollieren?

Für Zuschauer von Sportveranstaltungen gilt ab dem 17. Februar die 2G-Regelung. Zur Kontrolle ist ebenfalls der Betreiber verpflichtet.

 

5) Gilt für Trainer immer noch eine Maskenpflicht auch wenn Reithallen gut belüftet sind und beim Pferdesport ja ohnehin große Abstände eingehalten werden?

 

Hinsichtlich der Maskenpflicht ergeben sich ab dem 17. Februar keine im Reitsport relevanten Änderungen. Für Trainerinnen und Trainer gilt in geschlossenen Räumen weiterhin grundsätzlich die Maskenpflicht nach § 2 der 15. BayIfSMV. Handelt es sich dabei um Beschäftigte, genügt nach Abs. 4 das Tragen einer medizinischen Maske im Rahmen arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen. Im Freien gilt keine Maskenpflicht für Trainerinnen und Trainer.

Update 10.02.2022: Angekündigte Lockerungen betreffen den Reitsport kaum

Nach den angekündigten Lockerung durch die bayerische Staatsregierung hat das Wochenblatt bei bayerischen Ministerien nachgefragt, inwieweit auch Reitanlagen davon profitieren. Eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege gab folgende Auskunft auf die Fragen des Wochenblattes:

  1. Es wurden Lockerungen im Bereich Sport angekündigt. Betrifft das auch Reitanlagen, bei denen bislang 2G plus in Reithallen galt.
    Hier ergeben sich keine Änderungen, es gilt weiterhin grundsätzlich 2G plus in Reithallen nach § 4 der 15. BayIfSMV. Sofern der Pferdesport zur eigenen sportlichen Betätigung und praktischen Sportausbildung unter freiem Himmel ausgeübt wird, gilt 2G nach § 4a der 15. BayIfSMV.
  2. Gibt es für Reitschulen auch Lockerungen, dürfen z.B. Eltern auch wieder zuschauen oder soll man immer noch auf möglichst große Distanz zu anderen Leuten achten?
    Auch für Reitschulen ergeben sich durch die aktuellen Lockerungen keine Änderungen. Insbesondere gilt weiter grundsätzlich das Abstandsgebot nach § 1 der 15. BayIfSMV. Zuschauerinnen und Zuschauer bzw. Eltern sind erlaubt unter Einhaltung von 2G plus.
  3. Darf man jetzt auch wieder Theorieunterricht in Räumen wie z.B. dem Stüberl geben, wenn man regelmäßig lüftet?
    Theorieunterricht als Teil des praktischen Reitunterrichts (z.B. Theorieeinheit vor Ausritt) ist unter Einhaltung der 2G plus-Anforderungen auch in gesonderten Räumlichkeiten grundsätzlich möglich. Hier gilt dann allerdings grundsätzlich die FFP2-Maskenpflicht.
  4. Gilt für Trainer immer noch die Maskenpflicht?
    Für Trainerinnen und Trainer gilt in geschlossenen Räumlichkeiten weiterhin grundsätzlich die Maskenpflicht nach § 2 der 15. BayIfSMV. Handelt es sich dabei um Beschäftigte, genügt nach Abs. 4 das Tragen einer medizinischen Maske. Hiervon kann aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen abgewichen werden (FFP2-Maskenpflicht). Unter freiem Himmel gilt keine Maskenpflicht für Trainerinnen und Trainer. Auch hier haben sich keine Änderungen ergeben. Das StMGP prüft laufend, ob das Infektionsgeschehen Änderungen zulässt. Im Hinblick auf die bedeutende und wirksame Maskenpflicht sind Änderungen auch unter Berücksichtigung der geschilderten Gegebenheiten derzeit nicht veranlasst.
  5. Was muss man bei Turnieren/Zuchtveranstaltungen beachten?
    Es gelten weiterhin die Vorgaben nach § 4 der 15. BayIfSMV, insbesondere 2G plus nach Abs. 1 und die Vorgaben nach Abs. 2. Neu ist nach § 4 Abs. 2 Nr. 1, dass nunmehr 50 % der Kapazität genutzt, höchstens aber 15.000 Zuschauer zugelassen werden können. Handelt es sich bei der Zuchtveranstaltung um eine gesonderte, mit Messen vergleichbare Veranstaltung, gilt davon abweichend nach Abs. 2 Nr. 4 eine tägliche Besucherobergrenze von 25.000.

Update 13.01.2022: Vorgaben für den Zugang

Die aktuellen Vorgaben beschreibt eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege wie folgt:

Zugang nur mit 2G plus

Die 2G plus-Regelung gilt für den Zugang zu Sportstätten und praktischer Sportausbildung in geschlossenen Räumen und damit für die Ausübung von Pferdesport und Pferdesport-Unterricht (z.B. Reiten, Springen, Voltigieren) in geschlossenen Reithallen.

Bei der 2G plus Regelung haben Besucher Zugang, die

  • noch nicht 14 Jahre alt sind, oder
  • geimpft oder genesen sind (im Sinne des § 2 Nr. 2 und 4 SchAusnahmV) und zusätzlich über einen Testnachweis nach § 4 Abs. 6 der 15. BayIfSMV (Antigentest, Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) verfügen oder
  • geimpft sind und zusätzlich eine weitere Impfstoffdosis als Auffrischungsimpfung erhalten haben, wobei dies – anders als bisher – unmittelbar nach der Auffrischimpfung gilt und nicht mehr der Ablauf von 14 Tagen nach dieser Impfung abgewartet werden muss. Zusätzlich entfällt die Pflicht zur Vorlage eines zusätzlichen Testnachweises für Personen, die nach vollständiger Immunisierung eine Infektion überstanden haben (Impfdurchbruch).

Teil der Sportstätten in geschlossenen Räumen sind auch die dortigen Umkleidekabinen, Sanitärbereiche etc.

Zugang mit 2G

Für den Zugang zu Sportstätten unter freiem Himmel (z. B. Reitplätze) zur eigenen sportlichen Betätigung und für Pferdesport-Unterricht unter freiem Himmel (z. B. auf Reitplätzen oder im Gelände) gilt die 2G-Regelung.

Teil-/halboffene Hallen und überdachte Freiluftsportanlagen, die eine mit Freiluftsportanlagen vergleichbar hohe Luftzirkulation gewährleisten, können Sportstätten unter freiem Himmel gleichgestellt werden.

Bei der 2G-Regelung haben Besucher Zugang, die geimpft oder genesen oder noch nicht 14 Jahre alt sind.

Darüber hinaus zugelassene Besucher

Zusätzlich kann – unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus – minderjährigen Schülerinnen und Schülern, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, zur eigenen Ausübung von Pferdesport Zugang gewährt werden. Diese Möglichkeit besteht aus Gründen der Gleichbehandlung im Vollzug auch bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern, die geimpft oder genesen sind und deshalb im Rahmen des Schulbesuchs keinen regelmäßigen Testungen unterliegen. Die Kontrolle erfolgt über den Schülerausweis, eine Schulbesuchsbestätigung oder Ähnliches. Der Zweck (eigene Aktivität) muss ggf. glaubhaft gemacht werden.

Auch Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und dies vor Ort insbesondere durch Vorlage eines schriftlichen ärztlichen Zeugnisses im Original nachweisen, das den vollständigen Namen und das Geburtsdatum enthält, darf bei Vorlage eines Testnachweises nach § 4 Abs. 6 Nr. 1 der 15. BayIfSMV (PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder eines Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde) Zugang gewährt werden.

Zugangsregelungen für Beschäftigte

Für Anbieter, Veranstalter, Beschäftigte, Betreiber und ehrenamtlich Tätige in Pferdesportstätten mit physischem Kontakt gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz (§ 28b Abs. 1 IfSG, ggf. in Verbindung mit § 4 Abs. 4 der 15. BayIfSMV). Danach dürfen Arbeitgeber, Anbieter, Veranstalter, Beschäftigte, Betreiber und ehrenamtlich Tätige Arbeitsstätten, in denen physische Kontakte von Arbeitgebern und Beschäftigten untereinander oder zu Dritten nicht ausgeschlossen werden können, nur betreten, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Einhaltung dieser Verpflichtungen durch Nachweiskontrollen täglich zu überwachen und regelmäßig zu dokumentieren. Weitere Hinweise zu den Bundesregelungen hierzu finden sich auf der der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: https://www.bmas.de/DE/Corona/Fragen-und-Antworten/Fragen-und-Antworten-ASVO/faq-corona-asvo.html

Regelungen für Ställe

Die Ställe unterliegen nach der 15. BayIfSMV keiner Zugangsbeschränkung für die Besucher. Hiervon unberührt bleibt die 3G-Regel am Arbeitsplatz (§ 28b Abs. 1 IfSG, ggf. in Verbindung mit § 4 Abs. 4 der 15. BayIfSMV).

Aus Gründen des Tierwohls muss die Bewegung von Pferden (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) immer gewährleistet werden. Wenn z. B. Pferdebesitzer oder Reitbeteiligungen den 2G Status nicht erfüllen, muss auf andere Möglichkeiten zurückgegriffen werden (z. B. Bewegung in der freien Natur oder durch eine andere Person, etc.).

Regelungen in regionalen Hotspots

In Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1.000 sind der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten (z. B. Reithallen, Reitplätzen) untersagt. Die aus Gründen des Tierwohls zwingend erforderliche Versorgung und Bewegung von Pferden muss weiterhin gewährleistet werden. Pferdebesitzer oder von ihnen Beauftragte dürfen zu diesem Zweck die Pferdesportanlage auch bei einem regionalen Hotspot-Lockdown unter obigen Bedingungen nutzen.

Diese Ausnahmen zur Wahrung des Tierwohls sind auf den absolut notwendigen Zeitumfang zu beschränken.

Update 20.12.2021: 2G in halboffenen Hallen

Die Maßnahme im Reitsport bleiben streng, nur für Geboosterte und in gut durchlüfteten Hallen gibt es Erleicherungen. Trainer müssen weiter Masken tragen und Anlagenbesitzer die Tests der Reiter weiter 14 Tage aufbewahren.

Bis einschließlich 12. Januar soll die 15. BaylfSMV verlängert werden. Noch immer gilt die 2G-plus-Regelung für den Pferdesport in Reithallen. Hier entfällt nach Angaben einer Sprecherin des bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege die Testpflicht für Geboosterte, wenn die Auffrischungsimpfung 14 Tage und länger zurückliegt. Des weiteren haben Besucher Zugang, die

noch nicht zwölf Jahre und drei Monate alt sind, oder

geimpft oder genesen sind (im Sinne des § 2 Nr. 2 und 4 SchAusnahmV) und zusätzlich über einen Testnachweis nach § 4 Abs. 6 der 15. BayIfSMV (Antigentest, Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) verfügen oder

Die Überprüfungs- und Aufbewahrungspflichten richten sich nach der allgemeinen Regelung des § 4 Abs. 4 der 15. BayIfSMV. Danach sind Anbieter, Veranstalter und Betreiber sind zur zweiwöchigen Aufbewahrung der eigenen Testnachweise sowie zur Überprüfung der vorzulegenden Impf-, Genesenen- und Testnachweise durch wirksame Zugangskontrollen samt Identitätsfeststellung in Bezug auf jede Einzelperson verpflichtet.

Seit den Anpassungen zur 15. BayIfSMV sind Sportstätten unter freiem Himmel wieder nach der 2G-Regelung zugänglich. Diese Erleichterung gilt auch für Teil- und halboffene Hallen sowie überdachte Freiluftsportanlagen, die eine mit Freiluftsportanlagen vergleichbar hohe Luftzirkulation gewährleisten. Diese können laut der Ministeriumssprecherin Sportstätten unter freiem Himmel gleichgestellt werden.

Bezüglich der Kontrollpflicht verweist die Ministeriumssprecherin auf die FAQ zu dem Stichwort „Gibt es Ausnahmen von der Kontrollpflicht?“ (https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/).

Während einige Bundesländer Reitanlagen nicht mehr als Sportstätten einstuft hält Bayern an dieser Regelung weiter fest, denn die derzeitigen Maßnahmen sind laut des Gesundheitsministeriums erforderlich, um wieder die Kontrolle über das hochdynamische Infektionsgeschehen zu erhalten und eine weitere Eskalation der Belastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Atemaktivität bei sportlicher Aktivität ist, auch bei der Sportausübung im Freien, erhöht, sodass zum einen vermehrt potentiell virushaltige Aerosole ausgeschieden werden können, aber auch durch vertiefte Atmung vermehrt virushaltiges Aerosol inhaliert werden kann, weshalb ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht. Weiterhin gilt, dass Trainer während der Unterrichtserteilung in Hallen eine Maske tragen müssen, sofern Sie nicht an der Ausübung des Sports beteiligt waren.

Update 14.12. Booster-Impfung ersetzt künftig Test bei 2G plus

Der Bayerische Ministerrat hat heute beschlossen, dass die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) bis einschließlich 12. Januar 2022 verlängert wird. Die 15. BayIfSMV wird zugleich in einigenn Punkten zum 15. Dezember (Inkrafttreten) angepasst:

  • Wer nach seiner vollständigen Immunisierung eine weitere Auffrischimpfung erhalten hat („Booster“), hat auch ohne einen ergänzenden Test Zugang zu Bereichen, die nach 2G plus zugangsbeschränkt sind. Die Auffrischimpfung ersetzt den Test (auch PCR). Ausgenommen sind bundesrechtlich abweichend geregelte Bereiche (z. B. Testnotwendigkeiten in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen, § 28b Abs. 2 IfSG).
  • Folgende Einrichtungen und Veranstaltungen, die bisher nach 2G plus zugänglich waren, sind künftig ohne ergänzenden Test nach 2G zugänglich (die übrigen hierfür bisher geltenden Bestimmungen, insbesondere die Kapazitätsgrenze, bleiben aber erhalten):
    • Sportstätten unter freiem Himmel zur eigenen sportlichen Betätigung (für Zuschauer von Sportveranstaltungen gilt weiterhin 2G plus)

Inwieweit nun Sport in offen gebaute Reitställe als Sport unter freiem Himmel oder als Sport in geschlossenem Räumen einzustufen sind, ist den bekanntgegebenen Änderungen nicht direkt zu entnehmen.

Update 3.12.2021: Stall ist keine zugangsbeschränkte Stätte / Dokumentation beachten

Pensionsstallbetreiber und Pferdebesitzer sind nach wie vor verunsichert wie sie die neuen Regelungen der seit 24. November geltenden 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BaylfSMV) umsetzen sollen. Das Wochenblatt fragt deshalb ständig bei Vertretern der jeweiligen Ministerien nach, wie die Regelungen auszulegen sind.

Für Sportstätten gilt ja nunmehr die 2G-plus-Regel (geimpft/genesen und getestet). Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums teilte hierzu mit, dass ein Stall keine zugangsbeschränkte Stätte nach § 4 Abs. 1 der 15. BayIfSMV ist, sofern dieser keine Sportstätte ist. Für Sportstätten (z. B. Reithalle) und die praktische Sportausbildung (z. B. Reitunterricht) gilt die 2G plus-Regel. Anbieter, Veranstalter und Betreiber sind zur zweiwöchigen Aufbewahrung der eigenen Testnachweise sowie zur Überprüfung der vorzulegenden Impf-, Genesenen- und Testnachweise durch wirksame Zugangskontrollen samt Identitätsfeststellung in Bezug auf jede Einzelperson verpflichtet, § 4 Abs. 5 der 15. BayIfSMV. Die Umsetzung und Organisation der Regelungen obliegt, wie auch in allen anderen Bereichen, dem Anbieter/Veranstalter/Betreiber. Ausnahmen bestehen (für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und) für minderjährige Schüler zur Ausübung eigener sportlicher Aktivitäten.  

Wurde ein Pferdesportler bereits in der Arbeit getestet muss er sich, wenn er dafür kein offizielles Papier vorlegen kann, vor Beginn des Sports in der Sportstätte ein zweites Mal testen lassen. Sofern nur der Stall betreten wird, gilt demnach die Zugangsbeschränkung des § 4 Abs. 1 der 15. BayIfSMV nicht.

Man ein Stallbetreiber oder Inhaber eine Reitschule befürchtet, dass die Tests ausgehen. Laut der Sprecherin des Gesundheitsministeriums ist dieses Risiko gering, da man auf verschiedene Testungen zurückgreifen kann. Im Rahmen der 2G plus-Regelung muss ein Testnachweis nach § 4 Abs. 6 der 15. BayIfSMV erbracht werden. Das heißt in Betracht kommt:

  • ein PCR-Test, PoC-PCR-Test oder ein Test mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde,
  • ein PoC-Antigentests, der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde, oder
  • ein vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassener, unter Aufsicht vorgenommener Antigentest zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests), der vor höchstens 24 Stunden durchgeführt wurde.

Genauso wie Stallbetreiber sind auch Anbieter, Veranstalter und Betreiber von Reitunterricht (z.B. Reitschulen) sind zur zweiwöchigen Aufbewahrung der eigenen Testnachweise sowie zur Überprüfung der vorzulegenden Impf-, Genesenen- und Testnachweise durch wirksame Zugangskontrollen samt Identitätsfeststellung in Bezug auf jede Einzelperson verpflichtet, § 4 Abs. 5 der 15. BayIfSMV. Die Umsetzung und Organisation der Regelung obliegt, wie auch in allen anderen Bereichen, dem Anbieter/Veranstalter/Betreiber.

Gruppenunterricht ist gestattet. Dabei ist die 2G plus-Regel zu beachten (Ausnahmen wie bereits dargestellt). Werden Lehrgänge (z.B. zu Abzeichenprüfungen) durchgeführt gilt für theoretische Prüfungen die 3G plus-Regel (geimpft, genesen oder PCR-getestet). Für praktische Prüfungen im Bereich des Sports bleibt es bei 2G plus.

In geschlossenen Räumen muss eine FFP2-Maske getragen werden. Gleiches gilt laut der Sprecherin des Gesundheitsministeriums für Gebäude. D. h. erfasst sind Ställe, Hallen, etc. Auch wenn ein Fenster/eine Tür geöffnet ist, handelt es sich um einen geschlossenen Raum.

Auch für Trainer im Bereich des Sports gilt die FFP2-Maskenpflicht nach § 2 Abs. 1 Satz 1 der 15. BayIfSMV. Das heißt in Gebäuden und geschlossenen Räumen ist eine FFP2-Maske zu tragen. Diese darf während der eigenen Sportausübung abgenommen werden. Für Beschäftigte gilt die Maskenpflicht während ihrer dienstlichen Tätigkeit nur im Rahmen arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen, § 2 Abs. 3 Satz 4 der 15. BayIfSMV.

Aufatmen dürfen Dienstleister wie Tierärzte und Hufschmiede. Sofern diese die zugangsbeschränkten Stätten nur in ihrer Funktion als Tierarzt oder Hufschmied betreten müssen sie sich nicht jedes Mal testen. Hiervon unberührt bleibt ggf. die 3G-Regel am Arbeitsplatz gem. § 28b Abs. 1 IfSG.

Antworten (Beschäftigtentestung, etc.) stehen auch bei den FAQ auf der Seite des StMGP: Coronavirus: Häufig gestellte Fragen - Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (bayern.de).

Update 2.12.2021: 2G-Plus im Gelände

Mit der seit dem 24. November geltenden 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) prasselten neue Regelungen auf Pferdepensionsstallbetreiber, Reitschulinhaber und Pferdehalter ein. Das Wochenblatt bat bereits einen Tag vor der Regierungserklärung am 24. November die Vertreter des Innen-, Gesundheits- und Wirtschaftsministeriums darum, möglichst rasch damit verbundene Informationen weiterzugeben. Wie komplex die Thematik ist, zeigt sich darin, dass die Antworten über eine Woche dauerten.

Während das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI) nur insoweit Auskunft geben kann, als es sich um Fragen in konkretem Zusammenhang mit der Ausübung des Reitsports handelt. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, unterliegt der Zugang zu Reithallen und Reitplätzen (indoor und outdoor) zur Ausübung von Reitsport als Zugang zu Sportstätten der 2G-plus-Regel (geimpft/genesen und getestet). Das Gleiche gilt für Reitunterricht und zwar unabhängig davon, ob dieser in Sportstätten oder im Gelände stattfindet. Reitunterricht wird als praktische Sportausbildung von § 4 Abs. 1 der 15. BayIfSMV erfasst. Reitsport in Sportstätten (Reithalle, Reitplatz, Trainingsbahn) und Reitunterricht sind somit nur zulässig, soweit alle Teilnehmer geimpft oder genesen oder noch nicht zwölf Jahre und drei Monate alt und zusätzlich negativ getestet sind. Abweichend davon können derzeit auch minderjährige, noch nicht geimpfte Schüler, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, zur eigenen Ausübung sportlicher Aktivitäten ohne Weiteres zugelassen werden. Zudem stehen Kinder bis zum sechsten Geburtstag, Schüler, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, und noch nicht eingeschulte Kinder getesteten Personen gleich. Die Fragen, wie ein Betrieb konkret die Testungen umsetzen soll, wie Pensionsstallbetreiber diese Mehrarbeit stemmen sollen und ob es evtl. staatliche Unterstützung gibt, wenn man hierfür eine Person einstellt, blieben bislang ebenso offen wie die Fragen wie die Testung dokumentiert und die Unterlagen aufbewahrt werden sollen.

Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige der Reithalle, des Reitplatzes (bzw. allgemein einer Sportstätte) oder einer Reitsportveranstaltung mit Kundenkontakt (d.h. auch Trainer), die weder geimpft noch genesen sind, müssen grundsätzlich an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche über einen negativen PCR-Testnachweis (oder einen Testnachweis mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) verfügen. Besteht kein Kundenkontakt, bleibt es bei den Vorgaben des § 28b Abs. 1 IfSG.

Weitergehende Einschränkungen der konkreten Sportausübung (etwa im Hinblick auf Gruppengröße oder Mindestabstand) sieht die 15. BayIfSMV derzeit nicht vor. Während der Sportausübung muss keine Maske getragen werden. In Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1000 sind der Betrieb und die Nutzung von Sportstätten grundsätzlich untersagt.

Die konkrete organisatorische Umsetzung der im Bereich des Sports bzw. für Sportstätten geltenden Regelungen – soweit die 15. BayIfSMV und das Rahmenkonzept Sport (eine aktualisierte Fassung befindet sich derzeit in Abstimmung zwischen dem Innenministerium und dem Gesundheitsministerium) hierzu selbst keine näheren Vorgaben treffen – obliegt den Betreibern bzw. Veranstaltern. Der Sprecher des Innenministeriums empfiehlt in Zweifelsfällen, mit der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde Rücksprache zu halten, welche einzelfallbezogen die genauen Umstände vor Ort in gebotener Weise berücksichtigen kann. Verstöße gegen die geltenden Vorgaben können gem. § 17 der 15. BayIfSMV Ordnungswidrigkeiten darstellen und entsprechend geahndet werden.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums ergänzte, dass die Bewegung von Pferden (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) aus Gründen des Tierwohls immer gewährleistet werden muss. Pferdebesitzern oder von ihnen Beauftragten, die geimpft oder genesen sind (2G), ist deshalb ein Aufenthalt in der Reithalle auch ohne zusätzlichen Test möglich, wenn keine Testmöglichkeit besteht und der Aufenthalt nur zu dem Zweck erfolgt, dem Pferd die aus Tierwohlgründen zwingend erforderliche Bewegung zu verschaffen bzw. das Pferd zu versorgen. Das gilt auch in Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1000.

 Nach der von Seiten des Bundes geregelten 3G-Regel am Arbeitsplatz (§ 28b Abs. 1 IfSG) dürfen Arbeitgeber und Beschäftigte Arbeitsstätten, in denen physische Kontakte von Arbeitgebern und Beschäftigten untereinander oder zu Dritten nicht ausgeschlossen werden können, nur betreten, wenn sie geimpft, genesen oder getestet sind. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Einhaltung dieser Verpflichtungen durch Nachweiskontrollen täglich zu überwachen und regelmäßig zu dokumentieren. Weitere Hinweise zu den Bundesregelungen hierzu finden sich auf der der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales: BMAS - Betrieblicher Infektionsschutz.

 In Gebäuden und geschlossenen Räumen gilt nach § 2 Abs. 1 Satz 1 der 15. BayIfSMV die Pflicht eine FFP2-Maske (Maskenpflicht) zu tragen. Während der unmittelbaren eigenen Sportausübung darf die FFP2-Maske abgenommen werden, § 2 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 der 15. BayIfSMV. Auch für Trainer gilt die FFP2-Maskenpflicht nach § 2 Abs. 1 Satz 1 der 15. BayIfSMV. Etwas anderes gilt im Einzelfall dann, wenn der Trainer selbst aktiv Sport ausübt. Auch die Frage, warum das diesmal so streng umgesetzt wird, blieb bislang unbeantwortet zumal schon mehrfach nachgewiesen wurde, dass hier das Risiko einer Übertragung durch Aerosole äußerst gering ist (Aerosole: Belüftete Reithalle ist wie Außenbereich zu bewerten | Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt (wochenblatt-dlv.de)

 Verstöße gegen die Pflicht des Inhabers sicherzustellen, dass die Nutzer einen erforderlichen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis vorlegen sowie Verstöße gegen die Maskenpflicht stellen Ordnungswidrigkeiten dar, die mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden können; gleiches gilt für die Pflicht des Inhabers über einen eigenen 3G-Nachweis zu verfügen und die erforderlichen Nachweise der Beschäftigten zu kontrollieren. Auch wer als Besucher oder Nutzer entgegen der § 4 der 15. BayIfSMV eine dort genannte Einrichtung ohne erforderlichen Impf-, Genesenen- oder Testnachweis betritt oder eine dort genannte Dienstleistung in Anspruch nimmt handelt ordnungswidrig, so der Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums, der darauf verweist, dass Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen mit einem Bußgeld bis 25.000 Euro geahndet werden können. Um einen einheitlichen Vollzug in ganz Bayern sicherzustellen, hat das StMGP einen Bußgeldkatalog erlassen (https://www.verkuendung-bayern.de/files/baymbl/2021/828/baymbl-2021-828.pdf) . Von den dort genannten Regelsätzen können die mit dem Vollzug befassten Kreisverwaltungsbehörden nach oben und unten abweichen; die Vollzugsbehörden sind hieran nicht unmittelbar gebunden. Hartnäckige und renitente Maskenverweigerer und Personen, die mehrfach gegen Corona-Maßnahmen verstoßen, können daher nach dem Ermessen der zuständigen Vollzugsbehörde auch mit einem deutlich über dem Regelsatz liegenden Bußgeld belangt werden.

Da die neuen Regelungen die Wirtschaftlichkeit von Reitschulen und die Einnahmen von Reitlehrern evtl. schmälern verspricht der Staat hier Unterstützung. Ein Sprecher des Bayerischen Wirtschaftsministeriums teilte mit, dass die aktuelle Überbrückungshilfe III Plus (Förderzeitraum Juli bis Dezember 2021) für Unternehmen und Selbständige aller Branchen, also auch für Reitschulen gilt (Weitere Informationen: Überbrückungshilfe III PLUS: Wirtschaftsministerium Bayern). Ab Januar 2022 soll es die neue Überbrückungshilfe IV (Förderzeitraum Januar bis Juni 2022) geben, auch sie branchenübergreifend. Bei der Überbrückungshilfe IV hat sich Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger angesichts der aktuell verschärften Lage für mehrere Nachbesserungen im Sinne der besonders Betroffenen eingesetzt, wie z. B. die Erhöhung des Eigenkapitalzuschusses und weiterhin Abschlagszahlungen (Hier die bayerischen Ergänzungsvorschläge für die Überbrückungshilfe im Überblick: https://www.stmwi.bayern.de/presse/pressemeldungen/pressemeldung/pm/433-2021/ ).

 

Update 30.11.2021: Erklärung des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes

Über den Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses im Bayerischen Landtag Bernhard Seidenath und der Landtagsabgeordneten Barbara Becker hat der Bayerische Reit- und Fahrverband (BRF) folgende Information der Staatsregierung zum Umgang mit 2G plus in Pensionspferdebetrieben erhalten. Die Bekanntgabe stammt vom 30. November 2021:

Der Zugang zu Reithallen und Reitplätzen zur Ausübung von Reitsport unterliegt als Zugang zu Sportstätten nach der seit dem 24.11.2021 geltenden 15. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (15. BayIfSMV) der 2G plus-Regel. Das gleiche gilt für Reitunterricht und zwar unabhängig davon, ob dieser in Sportstätten oder im Gelände stattfindet.

Reitunterricht wird als praktische Sportausbildung von § 4 Abs. 1 erfasst. Reitsport in Sportstätten (Reithalle, Reitplatz, Trainingsbahn) und Reitunterricht sind somit nur zulässig, soweit alle Teilnehmer geimpft oder genesen oder noch nicht zwölf Jahre und drei Monate alt und zusätzlich negativ getestet sind.

Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige der Reithalle, des Reitplatzes oder der Reitsportveranstaltung mit (d.h. auch Trainer), die weder geimpft noch genesen sind, müssen daher grundsätzlich an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche über einen negativen PCR-Testnachweis (oder einen Testnachweis mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, max. 48 h alt) verfügen. Ausnahmen bestehen für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und für minderjährige Schülerinnen und Schüler zur Ausübung eigener sportlicher Aktivitäten.

Aus Gründen des Tierwohls muss die Bewegung von Pferden (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) immer gewährleistet werden. Pferdebesitzern oder von ihnen Beauftragten, die geimpft oder genesen sind, ist deshalb ein Aufenthalt in der Reithalle auch ohne zusätzlichen Test möglich, wenn keine Testmöglichkeit besteht und der Aufenthalt nur zu dem Zweck erfolgt, dem Pferd die aus Tierwohlgründen zwingend erforderliche Bewegung zu verschaffen.

In Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 1000 sind der Betrieb und die Nutzung von Sporthallen, Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten untersagt. Die aus Gründen des Tierwohls zwingend erforderliche Bewegung von Pferden muss weiterhin gewährleistet werden. Pferdebesitzer oder von ihnen Beauftragte dürfen zu diesem Zweck die Reithalle auch bei einem regionalen Hotspot-Lockdown unter obigen Bedingungen nutzen.

Folgende Regeln lassen sich für Reitanlagen und -betriebe aus dieser Information und der 15. BayIfSMV ableiten:

  • In geschlossenen Räumen gilt Maskenpflicht (FFP-2 Maske Kinder/Jugendliche von 6-16 Jahren medizinische Maske). Die Beurteilung, ob Ihr Stall oder Ihre Gebäude/-teile geschlossene Räume sind, nehmen Sie bitte selbst vor.
  • In ganz Bayern gilt für Sportstätten drinnen und draußen 2G plus: Ihre Kunden/innen und Besucher/innen müssen geimpft oder genesen sein und zusätzlich über ein negatives Testergebnis PCR (max. 48 h alt), PoC-Antigen (max. 24 h alt) oder einen Laientest unter Aufsicht (max. 24 h alt).
  • Ausgenommen sind ungeimpfte 12 bis 17-Jährige (nur noch bis 31.12.2021), die in der Schule regelmäßig negativ getestet werden und Kinder bis 12. Lebensjahr und drei Monaten. Gibt es keine Testmöglichkeiten, darf die Reithalle zur zwingend erforderlichen Bewegung der Pferde auch mit 2G genutzt werden.
  • Betreiber sind zu einer wirksamen Zugangskontrolle in Bezug auf jede Einzelperson verpflichtet, die auf Ihren Betrieb kommt. Reitunterricht ist unter der Berücksichtigung von 2G plus möglich, wenn der Landkreis bei einer Inzidenz unter 1.000 liegt. Für das Tierwohl notwendige Verrichtungen müssen trotzdem möglich sein (auch wenn Einsteller/innen 2G plus nicht erfüllen), das sind zum Beispiel:
    • Misten und Füttern (soweit das nicht von Ihnen als Pensionspferdehalter/in übernommen wird)
    • die zwingend notwendige Bewegung der Pferde (in der Reithalle nur mit 2G)
    • Tierarzt, Hufschmied dürfen ausgeübt werden.
  • Die Aufenthaltszeit mit Personen, die 2G plus nicht erfüllen, sollte auf dem Betrieb minimiert werden.
  • Liegt der Betrieb im regionalen Hotspot-Lockdown (Inzidenz in Ihrem Landkreis über 1.000 - Veröffentlichung durch das Landratsamt) ist der Betrieb von Sportstätten untersagt (Berufssportler ausgenommen). In dem Fall gilt, dass Pferdebesitzer/innen oder von ihnen Beauftragte nur noch kommen dürfen, um für das Tierwohl notwendige Verrichtungen auszuüben:
    • Misten und Füttern (soweit das nicht von Ihnen als Pensionspferdehalter/in übernommen wird)
    • die zwingend notwendige Bewegung der Pferde (in der Reithalle nur mit 2G)
    • Tierarzt, Hufschmied.
  • Die Aufenthaltszeit auf swm Betrieb sollte dabei minimiert werden. Gewerbliche Freizeitaktivitäten dürfen nicht angeboten werden (weder im Freien noch drinnen).
  • Der Regelsatz eines Bußgeldes für Betreiber/Anbieter ist 5.000 €.
  • Zu den Pflichten als Arbeitsgeber sind aktuelle Informationen beim Arbeitgeberverband für LuF in Bayern zu finden: https://www.agv-bayern.de/#1
  • Die Homepages https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/ oder https://www.buergerbeauftragter.bayern/corona-aktuell/ oder https://www.stmelf.bayern.de/ministerium/241613/werden werden immer wieder mit FAQs aktualisiert.

Update 30.11.2021: Offener Brief von Sengl zur Situation in Reitställen

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Zum 24. November sind neue Vorschriften zum Infektionsschutz in Kraft getreten. Den Reitställen fehlten bis zum Morgen des 30.11. aber immer noch klare Vorgaben zur Auslegung der Regeln, beziehungsweise es droht bei einer direkter Umsetzung eine unzureichende Versorgung der Pferde. Die Grünen-Abgeordnete Sengl hat sich nun in einem offenen Brief an das Innenministerium gewandt.

In dem Brief führt Sengl auf, dass mit der neuen Corona-Verordnung (15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung) offenbar Reitställe als Sportstätten nach §4 eingestuft werden. Dadurch gelte aktuell dort die 2G+-Regelung, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich. Das bedeute, dass alle Menschen ab 12 Jahren, die eine Reitanlage betreten, nicht nur geimpft oder genesen, sondern auch getestet sein müssten – und das jeden Tag aufs Neue.

"Angesichts der Tatsache, dass Pferde als Lebewesen täglicher Pflege bedürfen, halte ich diese Regelung für nicht zumutbar", kritisiert sie die Einstufung. Gerade Pferdebesitzer und Menschen mit Reitbeteiligung müssen täglich zu ihren Tieren, um Fütterung und Pflege zu gewährleisten. Auch die regelmäßige Bewegung, ob am Reitplatz oder in der Reithalle sei wichtig für die Tiergesundheit.

Die aktuelle Regelung betrifft nach Einschätzung von Sengl auch Pferdepensionshalter, Reitstallbesitzer und Landwirte, die sich auf Pferdehaltung spezialisiert haben. Oftmals seien Stallbetreiber im laufenden Betrieb auf die Mithilfe der Besitzer und Reitbeteiligten angewiesen. Der Mehraufwand, der ihnen durch die notwendige tägliche Kontrolle der Tests entstehe, sei ebenfalls erheblich.

Darüber hinaus könnten nach Ansicht von Sengl Pferdeställe, die ja meist offen oder gut belüftet seien, nicht mit klassischen Innenbereichen gleichgesetzt werden. Das gleiche gelte für Reitplätze oder -hallen. "Ich bin mir sicher, dass auch das Innenministerium meine Auffassung teilt, dass die 2G+-Regelung in diesem speziellen Fall nicht zumutbar ist, und dieser Fall lediglich in der Eiligkeit der Verordnung übersehen wurde", schreibt sie in dem Brief und fordert das Innenministerium auf, Pferdeställe nicht mehr als Sportstätten einzustufen und dem Aufruf des Bayerischen Reit- und Fahrverbands, die 2G+-Regelung in eine 2G-Regelung umzuwandeln, nachzukommen.

Sollte 2G+ lediglich für die Nutzung der Sportanlagen gelten, also nur für die Reithalle oder den Reitplatz, nicht aber für den Stall, sei offensichtlich eine Klärung angebracht. "In jedem Fall sollte es auch mit 2G möglich sein, Pferde zu füttern und zu versorgen", schließt Sengl ihren Brief ab.

Update 29.11.2021

Auskunft des Gesundheitsministeriums an die Redaktion: "Es finden derzeit noch ressortübergreifende Absprachen statt, sodass wir Ihnen leider keinen zeitlichen Horizont nennen können, bis wann Sie mit einer Beantwortung rechnen können."

Update 26.11.2021

Die Abstimmung zwischen den Fachabteilungen des Gesundheitsministeriums dauert noch an.

Update 25.11.2021

Der Abstimmungsbedarf zwischen den beteiligten bayerischen Ministerien scheint enorm zu sein. Trotz Nachfragen der Redaktion gibt es noch keinen endgültigen Sachstand.

Update 24.11.2021: Artikel in Überarbeitung

Aufgrund schnell sich verändernder Vorgaben ist eine Überarbeitung des Artikel erforderlich. Der Stand vom 17.11. ist leider nicht mehr zutreffend.

Stand 17.11.2021

In Bayern steht die Corona-Ampel auf rot. Das hat auch Auswirkungen auf Regelungen in Pensionsstallbetrieben. Wie ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums mitteilte, können teil- und halboffene Hallen sowie überdachte Freiluftsportanlagen, die eine mit Freiluftsportanlagen vergleichbar hohe Luftzirkulation gewährleisten, können Sportstätten unter freiem Himmel gleichgestellt werden. Demnach greifen dort die 3-G-Regel nicht.

Dagegen unterliegt die Nutzung von geschlossenen Reithallen zur Ausübung von Reitsport oder Reitunterricht der 2-G-Regel, soweit die 7-Tage-Inzidenz über 35 liegt. In der derzeit geltenden roten Phase der Krankenhausampel sind Reitsport und -unterricht somit grundsätzlich nur zulässig, soweit Besucher geimpft oder genesen sind.

Was gilt für Kinder und jugendliche Schüler?

Auf die Ausnahme für Jugendliche weist ein Sprecher des Innenministeriums hin: Kinder und Jugendliche, die zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen auch ohne Impfung oder ohne, dass sie genesen sind, in der Reithalle Pferdesport betreiben. Bis 31. Dezember ist der Zugang auch für minderjährige Schüler, die regelmäßigen Testungen im Rahmen des Schulbesuchs unterliegen, zur eigenen Ausübung sportlicher Aktivitäten zulässig.

Was gilt für Inhaber und Beschäftigte?

Daneben gilt laut des Sprechers des Gesundheitsministeriums für alle anderen Betriebe, die derzeit aufgrund der Stufe Rot der Krankenhausampel nur nach 2G zugänglich sind, folgendes: Es muss zwischen Inhabern und Beschäftigten mit und ohne Kundenkontakt unterschieden werden.

Das muss bei Kundenkontakt beachtet werden

Für Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtliche Tätige mit Kundenkontakt gilt: Anbieter, Veranstalter, Betreiber, Beschäftigte und ehrenamtliche Tätige, die nicht geimpft oder nicht genesen sind, müssen einen Testnachweis (PCR-Tests, PoC-PCR-Tests oder eines Tests mittels weiterer Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik, der vor höchstens 48 Stunden durchgeführt wurde), an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche vorlegen.

 

Anbieter, Veranstalter und Betreiber sind laut des Sprechers des Innenministeriums zur zweiwöchigen Aufbewahrung der eigenen Testnachweise sowie zur Überprüfung der von Besuchern, Beschäftigten und ehrenamtlich Tätigen vorzulegenden Impf-, Genesenen- oder Testnachweise verpflichtet. Kann kein Impf- oder Genesenennachweis vorgelegt werden, muss ein entsprechender Testnachweis an mindestens zwei verschiedenen Tagen pro Woche erbracht werden.

Betreiber brauchen ein eigenes Schutzkonzept

Der Betreiber hat ein individuelles Infektionsschutzkonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts zu erarbeiten und zu beachten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Pferde müssen weiter bewegt werden

Aus Gründen des Tierwohls muss laut des Sprechers des Innenministeriums die Bewegung von Pferden (Reiten, Bodenarbeit, Longieren usw.) immer gewährleistet werden. Pferdebesitzer oder von ihnen Beauftragte dürfen im Zweifel auch ohne geimpft, getestet oder genesen zu sein, für die zwingend notwendige Bewegung der Pferde Reithallen nutzen.