Geflügelhaltung

Bundesinstitut warnt vor der Vogelgrippe

Kraniche machen auf einem Acker halt
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Externer Autor
am Mittwoch, 14.10.2020 - 18:02

Der Höhepunkt des alljährlichen Vogelzugs naht und mit ihm auch die Gefahr einer Vogelgrippeepidemie. Davor warnt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat eine neue Risikoeinschätzung zum Auftreten der Geflügelpest in Deutschland vorgelegt und warnt – wie zuvor schon die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Europäische Zentrum für die Prävention von Krankheiten (ECDC) – vor der Vogelgrippe. Das FLI mahnt zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und empfiehlt eine Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen.

Lieber vorbeugen, als eine Seuche bekämpfen müssen

„Vorbeugen ist immer besser, als später Tierseuchenbekämpfung durchführen zu müssen“, erklärte FLI-Präsident Prof. Thomas Mettenleiter. Nach Angaben des Instituts wurde seit Juli 2020 aus Russland und Kasachstan über eine Reihe von Nachweisen von Influenzaviren des Subtyps H5(N8) bei Wildvögeln und in Geflügelhaltungen berichtet. Ähnliche Ausbruchsserien seien 2005 und 2016 beobachtet worden, denen dann epidemische Ausbreitungen der Erreger in Ost- undMitteleuropa gefolgt seien. Die neuen Nachweise lägen auf Zugrouten von Wildvögeln, nach Osteuropa.

Ernst nehmen: Das Risiko ist als „hoch“ eingestuft

Sollten sich die in der Vergangenheit beobachteten Muster wiederholen, so muss laut FLI im Herbst oder im Winter mit dem erneuten Eintrag des Erregers durch Wasservögel nach Europa gerechnet werden; die Forschungseinrichtung stuft das betreffende Risiko als „hoch“ ein. Überwachungsmaßnahmen hinsichtlich toter oder kranker Wildvögel sollten unverzüglich intensiviert und die Biosicherheit in den Geflügelbetrieben kontrolliert und optimiert werden.

Empfohlen wird auch, die Krisenpläne für den Seuchenfall auf Durchführbarkeit zu überprüfen und zu aktualisieren. Ferner sollten die direkten und indirekten Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflügel und wilden Wasservögeln sowie natürlichen Gewässern minimiert werden, genauso wie der Kontakt zu Jägern, die mit Federwild oder dessen Ausscheidungen in Berührung gekommen seien. Die Bevölkerung wird aufgerufen, Beobachtungen von unnormalen Verhaltensweisen bei Wasservögeln sowie Totfunde von Wildvögeln bei den Veterinärbehörden zu melden.