Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2021

Bruderkalb-Initiative Hohenlohe ist Sieger

Bundeswettbewerb
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 20.01.2021 - 15:35

Die Biobetriebe setzen auf eine mutter- und ammengebundene Aufzucht und haben eine eigene Wertschöpfungskette aufgebaut.

Esslingen / Leinfelden-Echterdingen / Berlin - Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die Gewinner des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe (Oberrot, Baden-Württemberg) von Demeter- und Biolandbetrieben.

Demeter-Bäuerin Anja Frey, Initiatorin des Projektes, nahm den Preis virtuell entgegen: „Ich freue mich vor allem darüber, dass unser jahrelanges Engagement für die Tiere und unsere Vernetzungsarbeit mit weiteren Bio-Betrieben in der Bio-Musterregion Hohenlohe nun bundesweit gewürdigt wird.“

Die ausgezeichnete Bruderkalb-Initiative besteht aus Hohenloher Milchbauern. Die Demeter- und Biolandbetriebe liefern Milch an die Molkerei Schrozberg, die Hohenloher Molkerei und an die Dorfkäserei Geifertshofen. Beteiligt sind unter anderem die Demeter-Betriebe Anja & Pius Frey, Völkleswaldhof, und Julia Rupp & Julian Klopfer, Honhardter Demeterhöfe, sowie Jo’s und Micha’s Biolandhof (Familie Amann) und der Bioland-Betrieb der Familie Herz.

Muttergebundene Aufzucht

Für die Bruderkalb-Initiative Hohenlohe ist klar: Bio-Bruderkälber sollen auch auf Bio-Betrieben groß werden. Deshalb setzen sie auf eine mutter- und ammengebundene Aufzucht und haben gemeinsam mit der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) eine Wertschöpfungskette von Erzeugung bis Vermarktung für Bio-Kalbfleisch aufgebaut. Unter einem eigenen Logo werden die Kalbfleischprodukte den Metzgereien, der Gastronomie sowie dem Groß- und Einzelhandel angeboten.  Der Verkauf über die eigenen Hofläden ist ein weiteres, wichtiges Standbein der Vermarktung.

Die Koordination zwischen Betrieben, Verarbeiter*innen und Abnehmer*innen der Bruderkalb-Initiative liegt in den Händen von Anja Frey, Betriebsleiterin des Demeter-Völkleswaldhofes sowie Vorständin im Demeter-Landesverband. Sie weiß: „Obwohl das Fleisch qualitativ hochwertig und besonders geschmacksintensiv ist, ist die Vermarktung von solchem Bio-Kalbfleisch eine große Herausforderung: Zum einen hat das Fleisch seinen Preis. Zum anderen sieht das Schnitzel oder der Braten etwas anders aus: Anstelle des gewohnt hellen, fast weißlichen Kalbfleischs hat das Fleisch der Bruderkälber eine kräftige rosa Farbe.“

Gefördert wird die Initiative durch die Bio-Musterregion Hohenlohe. Neben der Unterstützung von Projekten wie der Bruderkalb-Initiative steht ein umfangreiches Fortbildungsprogramm auf ihrer Agenda. Ein weiteres Projekt forciert Bio in der Außer-Haus-Verpflegung.