Tierhaltungsformen

Bayern: 71 % der Rinder in Laufstallhaltung

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 04.08.2021 - 14:13

In Bayern gab es 2020 etwa 36.570 Betriebe mit insgesamt rund 2.894.600 Haltungsplätzen. Es dominiert die Milchviehhaltung.

Rinder

Diese verteilten sich in Bayern zu 39,8 Prozent auf Milchkühe und zu 60,2 Prozent auf die übrigen Rinder. Insgesamt entfielen 70,9 Prozent der Haltungsplätze auf die Laufstallhaltung, 21,7 Prozent auf die Haltung im Anbindestall und 7,4 Prozent auf andere Haltungsformen. Im Bundesdurchschnitt standen 83 % der Rinder im Laufstall.

Die Anzahl der Haltungsplätze für Rinder verringerte sich in Bayern seit dem Jahr 2010 um mehr als ein Fünftel (-21,3 Prozent). Dabei nahm die Zahl der Haltungsplätze im Anbindestall mit einem Minus von 57,6 Prozent besonders deutlich ab. Zugang zu einem Laufhof hatten 269.200 bzw. 9,3 Prozent der Stallhaltungsplätze für Rinder.

Die Weidehaltung wurde für das Kalenderjahr 2019 ermittelt. Mit 506.800 Tieren hatten knapp 17 Prozent der Rinder Zugang zu einer Weide, im Jahr 2009 lag dieser Anteil bei lediglich gut 13 Prozent. Im Jahr 2019 weideten Milchkühe durchschnittlich 22 Wochen im Jahr für zwölf Stunden am Tag. Die übrigen Rinder verbrachten im Durchschnitt 27 Wochen im Jahr bzw. zehn Stunden am Tag auf der Weide.

Schweine: Rückgang der Haltungsplätze um 16,7 % in 10 Jahren

Haltungsplätze

Zum Stichtag 01. März 2020 hatten in Bayern rund 9.000 Betriebe Haltungsplätze für insgesamt 3.050.350 Schweine. Im Jahr 2010 waren es noch 19.600 Betriebe mit etwa 3.661.100 Haltungsplätzen, was einer Abnahme um 54,1 Prozent bei den Betrieben und 16,7 Prozent bei den Haltungsplätzen entsprach.

Mit einem Anteil von 77,5 Prozent (2.364.060 Haltungsplätze) waren die meisten Haltungsplätze Vollspaltenböden. Die Plätze auf Teilspaltenböden hatten einen Anteil von 16,1 Prozent (491.690 Haltungsplätze) und die Plätze auf planbefestigtem Boden einen Anteil von 4,1 Prozent (123.670 Haltungsplätze).

Weitere Haltungsverfahren waren in Bayern von untergeordneter Bedeutung. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 beliefen sich die entsprechenden Anteile auf 68,6 Prozent (Vollspaltenboden), 18,7 Prozent (Teilspaltenboden) und 10,1 Prozent (planbefestigter Boden).

Zugang zu einem Auslauf hatten knapp zwei Prozent bzw. 56.330 der Haltungsplätze für Schweine.

Legehennen: Zunahme der Haltungsplätze

Haltungsform

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik hatten in Bayern im Jahr 2020 etwa 19.860 Betriebe Haltungsplätze für Legehennen. Seit dem Jahr 2010 hat die Zahl der Haltungsplätze um knapp 10 Prozent auf 5.930.600 zugenommen. Die vorrangige Haltungsform war im Jahr 2020 mit einem Anteil von 56,5 Prozent die Bodenhaltung mit insgesamt 3.350.500 Haltungsplätzen.

Nur noch weniger als ein halbes Prozent entfiel auf die Käfighaltung, 2010 waren dies noch rund 1.715.500 bzw. 31,8 Prozent der Haltungsplätze. Der Anteil der Haltungsplätze im Freiland (43,1 Prozent) hat sich hingegen seit dem Jahr 2010 (13,6 Prozent) mehr als verdreifacht. Insgesamt wurden im Jahr 2020 2.558.100 Legehennen im Freiland gehalten.