Schweinezucht

Bayerische Schweinezucht optimiert Mütterlichkeit

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Günther Dahinten, Zuchtleitung Mutterrassen
am Donnerstag, 29.04.2021 - 10:49

Die Leistungen der Sauen der bayerischen Schweinezucht (EGZH) basieren im Gegensatz zu anderen Zuchtorganisationen auf den Leistungen in den Herd- und den Kundenbetrieben, die dem einheitlichen Sauenplaner des LKV Bayern angeschlossen sind.

Schweinezucht

In den Herdbuchbetrieben werden die Fruchtbarkeit, die Ferkelvitalität, der Geburtsverlauf und die Wurfhomogenität erfasst.

Ergänzt werden diese Daten durch die Erhebung der lebend geborenen Ferkel, der von einer Sau abgesetzten Ferkel, der tot geborenen, der zu leicht geborenen und der Verbleiberate der Jungsauen in Ferkelerzeugerbetrieben.

In der Vergangenheit kam es öfters zu Plausibilitätsproblemen, da der Saldo zu- und wegversetzter Ferkel in Abferkelgruppen nicht aufging. Deshalb wurde bisher lediglich die Zahl der von einer Sau letztendlich abgesetzten Ferkel berücksichtigt (Ammenleistung).

Aktuelle Auswertungen des Instituts für Tierzucht der LfL zu Wurfdaten der LKV-Sauen, die von EGZH-Herdbuchtieren abstammen, ergab in nahezu 96 % der Würfe korrekte Salden der Weg- und Zuversetzungen. Aus diesem Grund wird künftig die Anzahl der abgesetzten Ferkel um die Anzahl der ursprünglich gesäugten Ferkel korrigiert.

Ferkelaufzuchtrate und abgesetzte Ferkel

Das neue Merkmal umfasst zum einen die Ferkelaufzuchtrate, indem es die Verluste beinhaltet, und zum zweiten auch das Leistungsniveau durch die Beachtung der abgesetzten Ferkel. Dieser Zusammenhang wird allgemein von Ferkelerzeugern als Mütterlichkeit angesprochen. Das neue Merkmal verfügt damit über die wesentlichen und relevanten Einflussfaktoren auf die Mütterlichkeit und wird daher künftig auch als Mütterlichkeit bezeichnet.

Zur besseren Verständlichkeit der erhobenen Zuchtmerkmale werden auch die anderen Merkmale des Aufzuchtkomplexes, die in die Aufzuchtleistung der Bayerischen Mutterrassen einfließen, kundenorientiert erfasst. Die lebend geborenen Ferkel stehen künftig für die Fruchtbarkeit (FRU), die aufgezogenen Ferkel für die Wurfvitatität (VIT), die von der Sau abgesetzten Ferkel für die Mütterlichkeit (MUT), die tot geborenen für den Geburtsverlauf (GEB) und die zu leicht geborenen für die Wurfhomogenität (HOM).
Dieses Update des Zuchtziels 2020 der EGZH für Mutterrassen gründet damit auf einer neuen Datenbasis. Die ausgewerteten nahezu 450 000 Ferkelerzeugerwürfe in der Routine-Zuchtwertschätzung ergeben mit den jetzt auch bei zu- und wegversetzten exakt erhobenen 280 000 Würfen aus dem LKV-Sauenplaner eine Datenbasis, die keine weitere Züchtervereinigung in Deutschland zur Verfügung hat.