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Afrikanische Schweinepest: Verdacht bestätigt

Josef Koch
Josef Koch
am Donnerstag, 10.09.2020 - 11:22

Der Verdachtsfall auf Afrikanische Schweinepest in Brandenburg ist bestätigt. Das ist der erste ASP-Fall in Deutschland.

Wildschwein-tot-Brandenburg

Der Verdachtsfall auf Afrikanische Schweinepest (ASP) in Brandenburg hat sich heute bestätigt. Das gab Bundesagrarministerin Julia Klöckner bekannt. Die Ministerin kündigte an, die Informationsmaßnahmen für Landwirte, Transporteure, Pflegekräfte und Reisende zu intensivieren.

Klöckner betonte, dass der Handel mit Schweinen deutschland- und EU-weit nicht betroffen sei. Das sei in der EU so geregelt. Hier gelte das Regionalisierungsprinzip. Allerdings wird der Handel in den entsprechenden betroffenen Restriktiongebieten eingeschränkt. Heute Mittag will das brandenburgische Agrarministerium weitere Informationen zu den Restriktionsgebieten und den betroffenen Betrieben geben. Ziel ist es, die Ausbreitung der ASP schnell einzuschränken.

China ist laut Klöckner bereits über den ASP-Fall informiert. Eine Reaktion der Chinesen steht aber noch aus. Unklar ist, ob China die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch stoppen wird.

Klöckner hat zudem den nationalen Krisenstab aktiviert. Über die Ausbreitung der ASP in der Region besteht noch Unsicherheit, weitere Untersuchungen laufen, hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) angekündigt.

Die Kadaversuche wird nun intensiviert. Schließlich sei der Tierkadaver beim Fund schon stark verwest gewesen. Laut Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas C. Mettenleiter, FLI-Leiter,  könne das Virus aus der westpolnischen Population stammen. Weitere Untersuchungsergebnisse seien aber noch nötig.

Biosicherheit ernst nehmen

Nach Auffassung des CSU-Agrarsprechers im Bundestag, Artur Auernhammer, sind nun die zuständigen Behörden vor Ort gefordert, die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Es gehe vor allem darum, umliegende Schweinebestände konsequent gegenüber Wildschweinen abzusichern. Die strikte Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen sei nun wichtiger als je zuvor. Von Seiten des BMEL werden bereits Gespräche geführt, um den Markt zu stabilisieren.

"Der jetzige Fundort ist von Bayern geografisch weiter entfernt als bereits bekannte Fundorte in Polen. Trotzdem gilt es weiterhin, höchste Vorsicht walten zu lassen", mahnt Auernhammer

Verdachtsfall in Brandenburg

Gestern Abend hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über den amtlichen Verdachtsfall der Afrikanischen Schweinepest informiert. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hat den Verdacht bei einem Wildschwein-Kadaver festgestellt, der wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neisse-Kreis gefunden wurde.

Drei Proben des betreffenden Kadavers ging gestern zum Friedrich-Loeffler-Institut, dem nationalen Referenzlabor. Dort sind sie virologisch untersucht worden.

Wie BR24 berichtet, seien das brandenburgische Landeskrisenzentrum und die kommunalen Krisenzentren aktiviert. Erste Maßnahmen zum Schutz würden vorbereitet.