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Tierseuche+++aktualisiert+++

Afrikanische Schweinepest: Ausbruch in Baden-Württemberg

Kathrin Führes und Josef Koch
am Donnerstag, 26.05.2022 - 14:40

In Baden-Württemberg gibt es einen Ausbruch der ASP in einer Hausschweinehaltung. Dies bestätigt das Friedrich-Loeffler-Institut.

Afrikanische Schweinepest-BW-Sperrung

Im Kreis Emmendingen (Baden-Württemberg) gab es den ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Baden-Württemberg. Wie dem Tierseucheninformationssystem des Friedrich-Loeffler-Insituts zu entnehmen ist, handelt es sich bei dem positiv getesteten Tier um ein Mastschwein.

Damit gibt es einen Ausbruch in einer Hausschweinehaltung.Der betroffene Betrieb hielt zuletzt 35 Freilandschweine.

Emmendingen liegt nur wenige Kilometer von Freiburg sowie von der französischen Grenze entfernt. Das Kerngebiet liegt laut Tierseucheninformationassystem rund um die Gemeinde Forchheim.

Alle 35 Tiere bereits gekeult

Die Behörden haben nach Angaben des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums umgehend alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, damit sich die ASP nicht weiter ausbreitet. Neben der Jägerschaft und den Nutztierhaltern könne auch die Bevölkerung wesentlich dazu bei tragen, die weitere Ausbreitung der Tiersuche zu verhindern, heißt es in einer Mitteilung.

Vom 19. Mai bis gestern Morgen (Mittwoch, 25. Mai) waren in einem Mastschweinebestand 16 Schweine verendet. Zwei verendete Tiere untersuchte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Freiburg zur Feststellung der Todesursache. Die Laboruntersuchungsergebnisse gaben einen ersten Hinweis auf ASP, den dann das FLI am Mittwochabend bestätigte.

Nachdem in dem Betrieb bereits mehrere Tiere verendet waren, wurden die übrigen Tiere am Mittwochmorgen durch das Landratsamt Emmendingen getötet.

Derzeit besteht Verdacht auf Eintrag durch Menschen

Zur konkreten Eintragsursache können die Behörden derzeit noch keine Angaben machen. Das MLR steht hierzu mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in engem Austausch. Anfang kommender Woche wird das Epidemiologie-Team des FLI nach Baden-Württemberg kommen und die Behörden vor Ort bei den epidemiologischen Untersuchungen unterstützen.

"Zudem erhoffen wir von der Gensequenzierung des Erregers durch das FLI weiteren Aufschluss über dessen Herkunft“, sagte Minister Hauk. „Wir müssen aktuell davon ausgehen, dass der Eintrag durch menschliches Handeln verursacht wurde,“ erklärte Peter Hauk.

Die Behörden richten um den betroffenen Betrieb nun umgehend eine Sperrzone mit einem Mindestradius von drei Kilometern und eine sich daran nach außen anschließende Überwachungszone mit einem äußeren Radius von mindestens zehn Kilometern ein. Diese Restriktionsgebiete erstrecken sich auf die Landkreise Emmendingen, Breisgau-Hochschwarzwald und den Ortenaukreis.

Untersuchung von Wildschweinen

Hauk betonte, dass es nun auf das Monitoring ankomme, um abzuklären, ob es sich um lokales Geschehen im Betrieb handele und keine Wildschweine betroffen sein. Deshalb stehe die Etablierung einer regelmäßigen, planmäßigen Fallwildsuche nun im Fokus. Am Freitag (27.5.) werden ca. 20 Teams in Emmendingen die Suche beginnen. Flankiert werden die Suchteams außerhalb von Waldflächen durch Drohnen-Einsatzteams mit Wärmebild-Kameras.

Um eine mögliche Seuchenverbreitung zu verhindern werden in den Landkreisen Offenburg, Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald alle künftig erlegten und verunfallten Wildschweine serologisch untersucht. Den Jägern werden dazu Probenkits zur Verfügung gestellt, die von den CVUAs ausgewertet werden

Bioscherheitsmaßnahmen prüfen

Minister Hauk weist darauf hin, dass es in Baden-Württemberg seit letztem Jahr ein Biosicherheitsprojektteam gibt, dass bei der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg angesiedelt ist und das auf Anforderung in die Schweinehaltungsbetriebe kommt und die Biosicherheitsmaßnahmen kostenlos überprüft und die Betriebe berät.

Der Agrarminister appellierte an alle Schweinehalterinnen und -halter im Land, das Angebot zu nutzenm, um weitere Seuchenausbrüche bei Hausschweinen zu verhindern. "Biosicherheitsmaßnahmen müssen auf den Betrieben zwingend eingehalten werden“, betonte Hauk.

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