Nahrung

Ist A2-Milch besser als A1-Milch?

Milchgewinnung
kern.bayern.de
am Freitag, 27.12.2019 - 14:42

A2-Milch macht als Trend die Runde. Zuletzt wurden dazu 21 Studien bewertet.

Ein neuer Trend um die Milch macht die Runde – die Rede ist von der A2-Milch. Ist die neue Milch gesundheitlich anders zu bewerten als die herkömmliche Milch? Diese Fragen bewegen zunehmend auch Verbraucher und die Milchbranche in Deutschland. Aus diesem Grund hat das Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) zusammen mit Cochrane Deutschland die aktuelle wissenschaftliche Literatur gesichtet und bewertet. Die Ergebnisse dieser systematischen Übersichtsarbeit wurden vor kurzem in Freising vorgestellt.

Vor über 20 Jahren entstand in Neuseeland die Geschäftsidee, A2-Milch anzubieten. Der Unterschied zwischen A2- und A1-Milch besteht in einer einzigen unterschiedlichen Aminosäure im Beta-Casein. Dieser eher marginal erscheinende Unterschied wird mit gesundheitlichen Einflüssen in Verbindung gebracht. Dazu gehören Verdauungsprobleme, Diabetes Typ1, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und neurologische Störungen.

21 Studien bewertet

Insgesamt wurden 21 Studien bewertet, die sich mit einem Zusammenhang zwischen dem A1- und/oder A2-Milchverzehr und den Einflüssen auf Menschen beschäftigt haben. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes waren nicht einheitlich. Einige zeigten einen Zusammenhang zu den Erkrankungen auf, andere widerlegten diesen. Viele Studien untersuchten nur Stoffwechselparameter, die zwar einen Risikofaktor darstellen, aber nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung führen.

Erschwerend kam hinzu, dass alle Studien nur eine moderate, niedrige oder sogar sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit besaßen. Gründe sind Mängel im Studiendesign, Durchführung oder Ausführung der Studien.

„Auf Basis der wissenschaftlichen Fakten kann zurzeit keine Empfehlung für die A2-Milch ausgesprochen werden“, sagt Christine Röger, Bereichsleiterin Wissenschaft am KErn. „Weitere Humanstudien mit hoher Datenqualität sind nötig.“