Boden

Zwischenfrucht - die Mischung macht’ s

Ökofeldtag_Kirchdorf_B
Katharina Heinz
am Donnerstag, 25.07.2019 - 13:31

Beim Ökofeldtag auf dem Betrieb von Josef Heindl standen Zwischenfruchtmischungen im Zentrum.

Bereits zum 18. Mal hat Josef Heindl heuer auf seinen Betrieb in Kirchdorf bei Haag zum Ökofeldtag eingeladen. Trotz brütender Hitze ließen es sich die Landwirte aus nah und fern nicht entgehen, Wissenswertes zum Schwerpunktthema Zwischenfrüchte zu erfahren. Unter ihnen waren auch einige konventionelle Landwirte. An drei verschiedenen Stationen wurden auf Parzellenversuchen Zwischenfrüchte und Kleegras, Mais, Triticale und Weizen gezeigt.

Der Ökofeldtag wird jährlich von der Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land (RWG) in Zusammenarbeit mit dem Naturlandverband veranstaltet. „Wir möchten eine Anregung für die eigene Praxis geben und mit euch aktuelle Themen diskutieren“, sagte Ewald Pieringer, seit rund 30 Jahren Naturland-Anbauberater, zu Beginn seiner Führung. Zunächst ging es zum Kleegras. „Es ist die wichtigste Stütze im ökologischen Landbau“, so der Experte. Kleegras dient als Futterquelle, tut dem Boden gut und kann den Unkrautdruck verringern. Es nutzt auch viehlosen Betrieben, etwa wenn sie mit Kollegen das Kleegras gegen Dünger tauschen können.
Die große Herausforderung beim Kleegras ist die Saat. Wenn es zu trocken ist, leidet der Aufgang – und die Lücken ziehen Unkraut an. Vorgestellt wurden verschiedene Kleegrasmischungen, darunter auch das Country Öko 2248 Multilife Kleegras. Dieses habe laut Pieringer dank den enthaltenen Tiefwurzeler wie dem Futterchicorée schon extreme Trockenheit überstanden.
Die Energie der Sonne auch nach der Ernte nutzen, Humus aufbauen, die Durchwurzelung des Bodens fördern, Unverträglichkeiten und Unkraut reduzieren – die Vorteile einer Zwischenfrucht liegen auf der Hand. Dir Frage, welche Arten verwendet werden, ist schon kniffeliger.
Eine Universalmischung für kurze und lange Standzeiten ist die St. Wolfganger Bio-Gründüngungsmischung mit 15 verschiedenen Arten und einem hohen Anteil an Feinleguminosen. Senf sorgt für eine schnelle Bodenbedeckung, Ölrettich für eine gute Durchwurzelung. Die St. Wolfganger Notfallmischung mit trockenheitstoleranten Pflanzen wurde extra für den Fall entwickelt, dass im Betrieb das Futter ausgeht. Die Leguminosen- und kruziferenfreie Mischung „AquaPro Öko“ zeigte im Versuch zwar nicht den besten Aufwuchs, konserviert laut Experten aber hervorragend Stickstoff.
„Zwischenfrüchte bedeuten einen Zugewinn für den Boden, sorgen für Regenwürmer und Struktur“, sagte Pieringer. Doch man müsse sie auch richtig handhaben. Wichtig sei es, vor der Blühzeit zu reagieren. Denn die Blüte sei zwar schön und wichtig für die Biodiversität, die Samen führen aber zu Durchwuchs im nächsten Jahr. Katharina Heinz

Zwischenfrüchte im Ökobetrieb

Ade Hörl aus Ay, Gerzen bei Vilsbiburg baut auf 23 ha im Nebenerwerb Sonderkulturen für die Direktvermarktung und hält Schweine: „Ich nutze winterharte Zwischenfrüchte, weil ich das ganze Jahr die Kraft der Photosynthese nutzen will, zum Beispiel Wickroggen mit inkludiertem Kleegras. Teilweise verwende ich auch Eigenmischungen, da sind dann fünf verschiedenen Arten drin. Die Zusammenstellung richtet sich immer nach der Fruchtfolge. Ich nutze Zwischenfrüchte wegen der Nährstoffversorgung, weil sie einen feinkrümeligen Boden schaffen und das Bodenleben fördern.“

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Josef Heindl aus Oed, bei Haag führt einen Naturland-Betrieb mit 55 ha und 50 Milchkühen: „Auf der Fläche, auf der jetzt der Weizen steht, will ich nächstes Jahr Mais anbauen. Dazwischen kommt eine Zwischenfrucht. Die Mischung sollte vielfältig sein, zum Beispiel mit Alexandriner- und Perserklee, Platterbse und Tiefenrettich. So werden die verschiedenen Bodenschichten gut durchwurzelt. Grundsätzlich nutze ich Zwischenfrüchte, weil sie Stickstoff binden und produzieren, Unkraut verhindern, Humus schaffen und eine Futterquelle sind.“

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Franz Prinz aus Wurmannsquick bei Eggenfelden stellt seinen Ackerbaubetrieb mit 30 ha gerade um: „Zwischenfrüchte ernähren durch ihre Ausscheidungen das Bodenleben. Außerdem sind sie ein guter Erosionsschutz. Ich nutze zum Beispiel Untersaaten mit deutschem Weidelgras und Weißklee. Vor Mais baue ich zwei Zwischenfrüchte an. Die erste Mischung besteht aus rund 20 verschiedenen Arten . Im Winter folgt dann noch eine winterharte Mischung.“