Ernte 2021

Zuckerrübe: Erste Ernteschätzungen liegen vor

Rübenroder-Zuckerrüben-Rübenernte
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 01.09.2021 - 11:56

Die hohen Niederschläge sorgten für den Massenwuchs. Die Branche hofft nun auf Sonne, damit der Zuckergehalt in den Rüben steigt.

In den nächsten Wochen beginnt die Ernte und Verarbeitung der Zuckerrüben. Im Vergleich zu den letzten Jahren haben sich die Rübenpflanzen durch ausreichend Niederschläge vielerorts gut entwickelt. In einigen Gebieten führte die starke Feuchtigkeit allerdings auch zu höherem Pilzbefall. Nun hofft die Branche auf zusätzliche Sonnenstunden, damit der Zuckergehalt in den Rüben steigt.

Ernte- und Erzeugungsschätzung 2021/2022
  1. Ernte- und Erzeugungsschätzung 2021/2022 vom 15.8. Kampagnenbilanz 2020/2021 Kampagnenbilanz 2019/2020
Anbaufläche in ha 354.128 350.743 372.287
Anzahl Rübenbauern 22.822 23.638 25.832
Rübenertrag in t/ha 77,8 73,3 72,5
Rübenanlieferung in t 27.561.011 25.721.740 26.990.280
Zuckergehalt in % 18,0 17,9 17,6
Zuckererzeugung in t Weißzucker 4.389.340 4.102.787 4.235.932

 

Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten deutscher Anbauer

Mit Blick auf die Zahlen sei aber laut Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker, die seit Jahren rückläufige Zahl der Rübenanbauer besorgniserregend. „In diesem Trend sehen wir auch die Folgen der andauernden Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten deutscher Anbauer.“ Die Sonderprämien für den Rübenanbau in anderen EU-Mitgliedstaaten oder die Subventions- und Umweltpolitik großer Zuckererzeuger auf dem Weltmarkt fördern den Preisdruck auf die hiesige Branche. „Unsere Appelle an die Bundesregierung hier gegenzusteuern, haben bisher am unfairen Wettbewerb nichts geändert. Wenn wir Lebensmittel aus regionalem und nachhaltigem Anbau möchten, ist die Zuckerrübe eigentlich genau richtig. Aber unfairer Wettbewerb führt dazu, dass Rübenanbauer aufgeben und am Ende Zuckerfabriken geschlossen werden müssen“, so Günter Tissen.
 
Neben einem fairen Wettbewerb ist die Ertragssicherung bei steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Umweltschutz entscheidend für die Zukunft der Zuckerrübe. Mit Hochdruck arbeitet die Branche hier an alternativen Anbauverfahren und Pflanzenschutzmaßnahmen. „Um die Zukunft des Rübenanbaus zu sichern, brauchen wir dabei politische Unterstützung, um die Chancen der Digitalisierung und neuer Züchtungstechniken nutzen zu können. Aber die Entwicklung neuer Verfahren braucht auch Zeit. Deshalb dürfen Wirkstoffe im Pflanzenschutz nicht verboten werden, bevor wirksame Alternativen marktreif sind“, fasst Günter Tissen zusammen.