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Umweltschutz

Wassergräben unterstützen Nitratabbau

Graben
BLW
am Dienstag, 19.04.2022 - 10:55

Wassergräben und kleine Bäche am Rand von Agrarflächen tragen erheblich dazu bei, Schadstoffe im Wasser zu verringern.

Sie fördern vor allem den Nitratabbau durch Mikroorganismen und haben so einen wichtigen Einfluss auf den Stickstoffgehalt in Flüssen und Seen. Das hat ein Forscherteam um Prof. Tillmann Lüders vom Lehrstuhl für Ökologische Mikrobiologie der Universität Bayreuth jetzt erstmals nachgewiesen. Nach Angaben der Wissenschaftler steht das Bachwasser im intensiven Austausch mit dem umgebenden Grundwasser.

Die Studie biete wichtige Anknüpfungspunkte für die Gestaltung von Agrarlandschaften. Die Randgebiete landwirtschaftlicher Flächen mit Wassergräben könnten nämlich gezielt so gestaltet werden, dass Schadstoffbelastungen aus der Landwirtschaft effizienter eliminiert würden.

Wirkung bislang unterschätzt

Die häufig vom Menschen geschaffenen oder umgestalteten Wassergräben und Bäche am Ackerrand sammeln den Forschern zufolge bis zu 70 % des Wassers in landwirtschaftlichen Einzugsgebieten ein. „Der Anteil, den diese Bäche an der Reinigung des Wassers haben, ist von der Forschung bisher deutlich unterschätzt worden“, betonte Lüders. Das Bachbett sei nämlich dicht mit Mikroorganismen besiedelt, die umweltschädliches Nitrat zu gasförmigem Stickstoff reduzierten. Außerdem könnten auf einer Fließstrecke von wenigen 100 m mehr als 80 % des im Graben fließenden Wassers ausgetauscht werden.