Viruserkrankung

Verstärktes Auftreten des Gelbverwergungsvirus

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Montag, 19.04.2021 - 15:39

In diesem Jahr tritt bei Gerste verstärkt - insbesondere im Westen und Norden Deutschlands - das Gelbverzwergungsvirus (BYDV) auf.

Virus

Die Schädigung reicht von einzelnen Befallsnestern bis zu vollflächigem Befall. Wie die Deutsche Saatveredelung AG (DSV) mitteilt, können die Ertragsausfälle enorm sein.

Mit dem fortschreitenden Klimawandel verlängert sich der Befallszeitraum durch die Virusvektoren, die häufig als Überträger von Krankheiten dienen.
Das Gerstengelbverzwergungsvirus gehört zu den bedeutendsten Viruserkrankungen in der Gerste und wird von etwa 25 Blattlausarten übertragen.

Zu erkennen ist BYDV an gelb verfärbten Blättern und Zwergwuchs. Der Virusvektor kann im Herbst und im Frühjahr mit Insektiziden bekämpft werden. Jedoch kann auch die Insektizidbehandlung in manchen Fällen keinen vollen Schutz bieten, da die Insektizide nur eine begrenzte Wirkungsdauer haben und wieder neue Läuse zufliegen können. Herbstinfektionen sind meist deutlich ertragswirksamer als spätere Infektionen.

Als Alternative zur Insektizidanwendung kann der Landwirt Sorten mit BYDV-Resistenz anbauen. Diese tragen bei Befall zwar nachweislich auch das Virus in sich, jedoch entstehen keine Schadsymptome und die Pflanzen werden nicht krank.