Mehrgefahrenversicherung

Unwetter: Tief Bernd schädigte rund 9.000 ha

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 23.07.2021 - 15:00

Der Großteil liegt im Nordwesten, doch auch im Süden waren Flächen im vierstelligen Bereich betroffen. Schadenhöhe geht in die Million.

Starkregen-Zuckerrüben-Erftkreis14072021

Verglichen mit den extremen Hochwasserschäden und dem Leid der Menschen in den Überschwemmungsgebieten erscheinen die Schäden durch Tief Bernd im Pflanzenbau eher nebensächlich. Dennoch müssen Betriebe, deren erste Sorge dem Hof und dem Wohl der gehaltenen Tiere galt, darüber hinaus Verluste bei ihren Futterpflanzen oder Marktfrüchten hinnehmen.


Nach Schätzungen der Vereinigten Hagelversicherung sind allein vom Niederrhein bis in die Eifel sind Starkregenschäden auf einer Fläche von etwa 7.500 ha zu verzeichnen. Heinsberg, Bedburg, Jülich, Kerpen oder Bad Münstereifel sind die am schwersten betroffenen Ortschaften. Weitere 1.500 ha sind im Vogtland sowie Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen.

Die betroffenen Kulturen bilden einen Großteil des Anbauspektrums ab: Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Bohnen, Möhren sowie erntereifes Getreide und Raps. Über 50 Sachverständige sind laut Vereinigter Hagelversicherung bereits – soweit die Flächen erreicht werden können – im Einsatz, um die Schäden schnell und unbürokratisch zu regulieren.

 

Starkregen-Getreide-Erftkreis_14072021

Bernd Edeler, Bezirksdirektor in Münster, rechnet mit einem Schaden in Millionenhöhe: „Ich gehe von mindestens einer Million, eher von zwei Millionen Euro in Nordrhein-Westfalen aus."

Vor allem bei Kartoffeln und Mais kann laut Edeler der genaue Schaden erst im weiteren Verlauf der Vegetation abgeschätzt werden. Hier führen die Versicherung zunächst eine so genannte Vorbesichtigung durch und nimmt die Flächen auf. Die erntereifen Bestände werden direkt endreguliert, so die VH.

Wie wichtig eine ausreichende Absicherung gegen Gefahren über den Hagel hinaus sei, habe sich in der letzten Woche leider wieder deutlich gezeigt. Der Anteil der versicherten Flächen nehme aber beständig zu, so der Bezirksdirektor.