Zeichen der Bodenfruchtbarkeit

Tag des Regenwurms

Pressemitteilung
am Montag, 15.02.2021 - 14:18

Es gibt wieder mehr fleißige Helfer in bayerischen Ackerböden.

Vielen ist bekannt, dass Regenwürmer fleißige Helfer im Boden sind und die Bodenfruchtbarkeit verbessern. Wussten Sie, dass es 49 Arten von Regenwürmern in Deutschland gibt?

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) nimmt den heutigen Tag des Regenwurms zum Anlass, diese fleißigen Helden in das Rampenlicht zu stellen. Die Regenwürmer sind eine der wichtigsten Zeiger für gute Bodenfruchtbarkeit, sie durchmischen den Boden und vermindern Bodenerosion.

Die LfL ist ihnen genau deshalb schon seit Jahrzehnten auf der Spur und erforscht die Lebensweise und Arbeitsweise der Regenwürmer.

Leistungsstarke Regenwurmart

Regenwurm

Die gute Nachricht zuerst: Insbesondere die Bestandsdichte eine der leistungsstärksten Regenwurmarten - der tiefgrabende Tauwurms Lumbricus terrestris - hat in den letzten 35 Jahren auf 70 % der überprüften Äcker zugenommen. Er gilt als Zeiger für einen biologisch aktiven Boden und für ein gutes Angebot an verrottbarem Mulchmaterial an der Bodenoberfläche.

Vor allem eine zunehmend pfluglose Bodenbearbeitung trug zu der positiven Entwicklung des Tauwurms bei. Wurden in den 80iger Jahren noch 80-90 % der Äcker jährlich gepflügt, liegt der Anteil mittlerweile bei etwa 60 %.

Der Landwirt und Gärtner hat viele Möglichkeiten die Lebensbedingungen für Regenwürmer im Boden zu verbessern. Ergänzend zu einer bodenschonenden Bearbeitung, zählen eine organische Düngung sowie eine reichhaltige Fruchtfolge und der Anbau von humusmehrenden Kulturen wie Kleegras und Zwischenfrüchten dazu.

Regenwurm

In die tief bis in den Unterboden gegrabenen vertikalen Röhren des Tauwurms kann zudem Wasser besser in den Boden versickern. Ein Oberflächenabfluss wird vermindert. So leistet diese Art einen Beitrag für den Erosionsschutz. Nachts kommt der Tauwurm an die Bodenoberfläche, sammelt Streu und Erntereste ein, die er tief in den Boden einzieht.

Bei guten Lebensbedingungen, z.B. auf tiefgründigen Standorten und bei einer bodenschonenden und humusmehrenden Bewirtschaftung, kann der Tauwurm 5-10 g schwer und bis zu 25 cm lang werden. Die auf landwirtschaftlichen Nutzflächen weit verbreitete Art zählt somit zu den großen, leistungsstarken Regenwurmarten. Große Arten fressen mehr und tragen so mehr zur Zersetzung von Ernteresten bei.

25 Regenwurmarten in landwirtschaftlichen Böden

Unter den Regenwürmern finden sich auch Spezialisten, z.B. aquatisch lebende Arten oder Rinden bewohnende, genauso wie kompostbewohnende Kulturfolger. Einige Regenwurmarten haben sich an die sauren Bodenbedingungen von Wäldern angepasst.

Im Boden landwirtschaftlich genutzter Flächen wurden bislang in Bayern 25 verschiedene Regenwurmarten von der Arbeitsgruppe Bodentiere der LfL gefunden.

LfL-Kurzfilm: „Regenwürmer – die unscheinbaren Helden des Bodens“

Weitere Infos: Regenwürmer in bayerischen Ackerböden

---------------