Anbaualternative

Steinklee, die „Luzerne der Sandböden“

Steinklee
Karola Meeder
Karola Meeder
am Dienstag, 30.03.2021 - 05:34

Vorfrucht für Biogasmais und attraktiv für Honig- und Wildbienen: Steinklee (Melilotus albus und M. officinalis) ist eine zweijährige Kleeart, die in Deutschland kaum genutzt wird, in Ländern wie Russland, Weißrussland oder Kanada aber eine wichtige Rolle als Bodenverbesserer spielt.

Steinklee könnte auch hierzulande punkten. „Bislang fehlt bei uns auf grundwasserfernen Sandstandorten eine ökonomisch nutzbare und Humus- und Bodenfruchtbarkeit aufbauende Pflanzenart“, schreibt die Fachagentur für Nachwachsende Rohstsoffe in einer Pressemeldung zum Steinklee. Dieser könne die Lücke füllen, denn er ist die einzige überwinternde Leguminose, die auf trockenen Sandböden (mit Ausnahme reiner Lockersandböden) gute Erträge bringt. Steinklee gilt deshalb auch als „Luzerne der Sandböden“.

Die reiche Wurzelbildung führt zu Bodenlockerung und Humusaufbau und fördert das Bodenleben. Steinklee verfügt über ein kräftiges Pfahlwurzelsystem, mit dem er Bodenverdichtungen besonders gut durchdringen und so die Wasser- und Nährstoffversorgung für die Folgefrucht verbessern kann.

Hohe N-Lieferung als Gründünger

In Symbiose mit Rhizobium meliloti bindet Steinklee Luftstickstoff. Die hohe N-Lieferung als Gründünger wurde in diversen Versuchen belegt. Dabei variiert die N-Lieferung in Abhängigkeit von den Standortfaktoren und der Biomassebildung relativ stark. Unter günstigen Mineralisationsbedingungen im Mai und Juni kann umgebrochener Steinklee die Nmin-Werte in 0 – 90 cm Bodentiefe im Extremfall um bis zu 200 kg/ha erhöhen. Zur Verwertung dieser hohen N-Mengen eignet sich Mais als Nachfrucht sehr gut. Interessant könnte auch die Eigenschaft des Steinklees sein, Phosphor aufzuschließen.

Auch wenn Steinklee im Methanertrag deutlich hinter den gängigen Substraten zurückbleibt, bietet er eine gute Ergänzung zum Silomais mit dem Ziel der Bodenverbesserung und Auflockerung von Fruchtfolgen. Die Kultur ist sehr attraktiv für Bienen, mit der man sich jedoch weniger langfristig bindet als mit Silphie oder anderen Wildpflanzen. Ertragreiche Sorten wie Bienenfleiß oder Krajova sind heute allerdings nur noch in Kleinstmengen von Genbanken beziehbar.