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Pflanzenzüchtung

Steigende Erträge mindern Flächenbedarf

Pflanzenzüchtung
aiz
am Mittwoch, 19.05.2021 - 09:17

Eine EU-Studie bestätigt, dass die Pflanzenzüchtung die Ausweitung der Ackerflächen bremsen und die Biodiversität fördern konnte.

Die Pflanzenzüchtung hat in den letzten 20 Jahren zu einer jährlichen Ertragssteigerung von durchschnittlich 1,16 % bei landwirtschaftlichen Kulturen beigetragen, geht aus einer aktuellen Studie der HFFA Research GmbH hervor, die von Euroseeds (Europäische Saatgutvereinigung) in Auftrag gegeben wurde. Damit werden auch die weltweit knapper werdenden Landressourcen geschont.

Züchterische Leistung entspricht einer Einsparung von 21,5 Mio. ha

Ohne die europäische Pflanzenzüchtung für wichtige Ackerkulturen hätte die weltweite landwirtschaftliche Anbaufläche seit dem Jahr 2000 um mehr als 21,5 Mio. ha erweitert werden müssen. So konnte durch die Leistungen der Pflanzenzüchtung eine Artenvielfalt erhalten werden, die jenem Artenreichtum entspricht, der in 8,3 Mio. ha Regenwald und Savannen in Brasilien zu finden ist. Die Studie bestätigt damit den hohen Wert der Pflanzenzüchtung in der EU und den Beitrag zur Erreichung der im Green Deal und seinen Einzelstrategien festgesetzten Ziele, so die Studienautoren.

Flächeneinsparung mindert den Verlust an Biodiversität

Für die Studie von HFFA Research wurden in einer Ex-post-Bewertung die verschiedenen Auswirkungen der Pflanzenzüchtung in der EU in den letzten zwei Jahrzehnten analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die Pflanzenzüchtung zu höheren Erträgen und einer steigenden Produktion im Ackerbau sowie zu verbesserten Markt- und Handelsbedingungen beigetragen hat. Das hat zudem positive Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, den wirtschaftlichen Wohlstand und das landwirtschaftliche Einkommen. Gleichzeitig können die Landnutzung, die Treibhausgasemissionen und der Verlust der biologischen Vielfalt reduziert werden, heißt es in der Studie.

Potenziale nicht verschenken

"Die Pflanzenzüchtung hat in der Vergangenheit erheblich zu einer effizienteren landwirtschaftlichen Produktion und damit einer besseren wirtschaftlichen Situation der Landwirte beigetragen. Neue Sorten und eine innovative Pflanzenzüchtung leisten also einen immensen Beitrag, um die Ziele der Strategien 'Farm to Fork' und für die Biodiversität zu erreichen sowie um potenziell nicht beabsichtigte wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen teilweise zu kompensieren", erklärt Michael Gohn, Obmann von Saatgut Austria. Das zeige, dass es eine stärkere Berücksichtigung der Pflanzenzüchtung in den Strategien der EU-Kommission sowie bessere Rahmenbedingungen zur weiteren Steigerung der Innovationskraft brauche. "Die Studie verdeutlicht, dass die Pflanzenzüchtung das Potenzial hat, die Nachhaltigkeit der europäischen Agrar- und Lebensmittelproduktion und den Erhalt der biologischen Vielfalt zu verbessern. Diese Potenziale sollten keinesfalls ungenutzt bleiben", so Gohn.

Download der kompletten Studie "The socio-economic and environmental values of plant breeding in the EU and for selected EU member states"