Ernte 2018

Spitzenjahr bei Soja

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Ulrich Graf Portrait 2019
Ulrich Graf
am Montag, 24.09.2018 - 13:25

2018 ist ein Rekordjahr für den Sojaanbau. Die Anbaufläche ist um 25 % gewachsen,

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Vorbericht zum Anbau auf Ackerland 2018) stieg die Anbaufläche von Sojabohnen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr von 19.100 ha um 4.800 ha bzw. 25% auf 23.900 ha an. Auf den bayerischen Betrieben stieg die Anbaufläche sogar um 46%. Der Schwerpunkt des Sojaanbaus liegt damit weiterhin in Bayern (12.300 ha) und Baden-Württemberg (7.300 ha). Der Zuwachs wurde trotz einer Verschärfung der EU-Vorgaben erreicht. Seit diesem Jahr dürfen Sojabohnen auf ökologischen Vorrangflächen nur noch ohne chemischen Pflanzenschutz angebaut werden.

Die deutschen Landwirte ließen sich offenbar nicht vom Sojaanbau abhalten. Die Betriebe haben Soja inzwischen in ihre Fruchtfolge integriert; nur wenige bauen Soja auf ökologischen Vorrangflächen an.

Aufgrund der extremen Sommerwitterung begann die Ernte teilweise bereits im August. Die Erträge spiegeln dabei die örtlich stark variierende Wasserverfügbarkeit wider und sind deshalb noch schwer abschätzbar. 

Anbau vor allem in Süddeutschland

„Der erfreuliche Flächenzuwachs in Süddeutschland ist der günstigen Witterung der letzten beiden Jahre sowie der Züchtungsfortschritte gutzuschreiben“, so Jürgen Unsleber, überregionaler Sojaberater im Soja-Netzwerk und Landwirt.

Die Erfolge im Sojaanbau sind weiterhin auf die umfangreichen Beratungsaktivitäten im bundesweiten Projekt Soja-Netzwerk zurückzuführen. Das Verbundvorhaben „Soja-Netzwerk“ ist Teil der Eiweißpflanzenstrategie des Bundes, die Gesamtkoordination des Projektes liegt bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Ziel des Netzwerkes ist die Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Sojabohnen in Deutschland. Der heimische Sojaanbau soll dabei mit verschiedenen Maßnahmen angekurbelt werden. Im August und September fanden dazu zahlreiche Feldtage und Felderbegehungen in elf Bundesländern statt. Hunderte Landwirte zeigten großes Interesse an der immer noch sehr „neuen“ Frucht in Deutschland.

Am 23. und 24. Oktober 2018 findet die Abschluss-Tagung des Soja-Netzwerkes in Würzburg statt, Tagungsort ist das Tagungszentrum am Dom. Organisiert wird die Veranstaltung von der LfL und der Landesvereinigung für ökologischen Landbau in Bayern e.V. (LVÖ). Thematisiert werden zum Beispiel aktuelle Entwicklungen und Sorten, Status quo der Soja-Züchtung sowie die Wirtschaftlichkeit der Sojabohne, dargestellt anhand umfassender Datenauswertungen der letzten fünf Jahre. Spannend wird die Frage, wie die Zukunft des Soja-Anbaus in Deutschland aussieht. Dazu diskutieren Vertreter verschiedener Bundesländer auf dem Podium.

 In den letzten Jahren haben zahlreiche Landwirte als „Neueinsteiger“ mit dem Soja-Anbau begonnen. „Auf der Suche nach einer Alternative zum intensiven Anbau von Körnerraps sind wir auf die Sojabohne gestoßen“, sagt Rainer Lerch, Landwirt aus Hessen, und hat sie in diesem Jahr erstmals angebaut. „Mit der Sojabohne können wir unsere Fruchtfolge weiter auflockern und zudem auf die zunehmenden Veränderungen des Klimas reagieren.“

Hintergrundinfo zu den Vorteilen des Sojaanbaus in Deutschland:

  • gentechnikfrei
  • keine Abholzung von Regenwald
  • verringert die Importabhängigkeit
  • nachhaltige Produktion unter strengen deutschen Umweltauflagen
  • bereichert die Fruchtfolgen, belebt den Boden
  • bindet als Leguminose Stickstoff aus der Luft und spart Dünger ein
  • wertvollste Körnerleguminose mit hohem Anteil an essentiellen Aminosäuren für die Ernährung von Mensch und Tier
  • Anbau in vielen Regionen Deutschlands rentabel
  • innerbetriebliche Verwertung in der Milchviehfütterung oder Verkauf als Marktfrucht möglich