Staatliche Unterstützung

Sommertrockenheit: Dürrehilfen oder dürre Hilfen?

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Sepp Kellerer Portrait 2019
Sepp Kellerer
am Donnerstag, 29.11.2018 - 11:04

Auf eine Milliarde Euro hatte der Deutsche Bauernverband Mitte des Jahres die Einbußen durch den Dürresommer 2018 beziffert.

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340 Millionen Euro hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium nach Abschluss der Erntebilanz dann an Schadensausgleich in Aussicht gestellt, wobei davon die Hälfte vom Bund kommt und die Hälfte jeweils von den Ländern ergänzt werden muss. Zehn Millionen Euro entfallen von den Bundesmitteln auf Bayern, ergänzt um die Landesmittel stehen also 20 Millionen Euro bereit. Die Antragstellung ist angelaufen und noch bis 19. Dezember möglich. Und trotzdem besteht die Gefahr, dass hier Geld übrig bleibt, weil die Hürden, um an die Hilfe zu kommen, sehr hoch sind.

Was sind die Konsequenzen? Von außen betrachtet, wäre folgende Interpretation möglich: Typisch Bauern, erst lamentieren sie, was sie alles an Schäden erlitten haben und am Ende rufen sie nicht einmal die bereitgestellten Mittel ab. Eigentlich wie immer, großes Gejammere um nichts.

Von innen betrachtet, könnte man auch folgende Gedanken anführen: Die Schätzung der Schäden im Sommer war durchaus realistisch, aber die Bauern wirtschaften so umsichtig, dass sie ein solches Jahr mit den vorhandenen Reserven auch aus eigener Kraft einigermaßen überstehen können.

Und schließlich wird es auch Betriebe geben, die dankbar sind für die angebotenen Hilfen, weil es ohne die am Hof nicht mehr weitergehen würde.

Dankbar werden auch die Betriebe sein, die auf die Dürrehilfe in Bayern zurückgreifen konnten. 3613 Betriebe haben dieses Programm in Anspruch genommen. Insgesamt standen dafür bis zu 20 Millionen Euro zur Verfügung. Die abgerufenen Mittel sollen heuer noch ausbezahlt werden. Es bleibt also die Hoffnung, dass auf den Feldern und Wiesen die Niederschläge nächstes Jahr wieder regelmäßig und in geregelten Dosen kommen, dann ist über die Dürre 2018 schnell Gras wieder gewachsen.

Aber was ist mit dem Wald? Da hatten wir im Frühjahr die Stürme im Norden und im Sommer den Käfer überall. 50.000 ha Kahlfläche, 300.000 betroffene Waldbesitzer und 250 Millionen Euro für die Wiederbewaldung der Schadflächen allein in 2019, so lautet da die erschreckende Bilanz. Ja, auch hier hat die Bundesregierung reagiert. Sie will die Förderung um 25 Millionen Euro aufstocken – für die nächsten fünf Jahre. Und trotzdem, da bin ich mir sicher, werden die Eigentümer ihren Wald nicht aufgeben.