Pflanzenschutz

Rapsglanzkäfer: Bienenschutz beachten

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 30.03.2021 - 10:22

Außerdem gilt es bei der Insektizidstrategie in Raps die Ausweitung von Resistenzen zu berücksichtigen.

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Berlin - Meldungen über die Ausweitung der Resistenz bei Rapsschädlingen gegenüber Insektiziden aus der Wirkstoffgruppe der Pyrethroide prägen seit langem die Diskussion im deutschen Rapsanbau. Darauf hat die Ufop hingewiesen. Ziele der für die Saison 2021 empfohlenen Insektizidstrategie seien die Eingrenzung der Resistenzentwicklung bei gleichzeitig hinreichendem Bekämpfungserfolg.

Für die Rapsglanzkäferbekämpfung im Frühjahr 2021 stehen Insektizide aus unterschiedlichen Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die gemäß der Zulassung bzw. Genehmigung einzusetzen sind. Dabei muss vor allem folgendes beachtet werden:

  • die unbedingte Einhaltung des aktualisierten Bekämpfungsrichtwertes als wichtigstem Baustein einer Resistenzstrategie – erst ab > 10 Käfer/Pflanze wird eine Behandlung empfohlen,
  • die ausschließliche Nutzung adäquater Spritztechnologie mit genügend Wasseraufwand und voller Aufwandmenge,
  • die strikte Berücksichtigung des Bienenschutzes unter Beachtung der verbindlichen B-Auflagen,
  • bei Tankmischungen mit Additiven und/oder Fungiziden kurz vor oder während der Blüte nur solche Mischungen einsetzen, die im Hinblick auf den Bienenschutz geprüft und sicher sind.

Mit Beginn der Rapsblüte geht das Schadpotenzial zurück

Wenn in den Rapsbeständen erste blühende Pflanzen – auch Unkräuter – vorhanden sind, können Insektizide wie Avaunt oder Sindoxa mit dem Wirkstoff Indoxacarb aufgrund der B1-Einstufung nicht mehr eingesetzt werden. Bei im Feld vorhandenen Blüten stehen Mospilan/Danjiri und Pyrethroide der Klasse 1 zur Verfügung. Dabei ist zu beachten, dass mit Beginn der Rapsblüte das Schadpotenzial des Rapsglanzkäfers massiv zurückgeht. Bei den einzigen noch zugelassenen B4-Neonikotinoiden mit dem Wirkstoff Acetamiprid ist vom BVL am 12.03.2021 der Einsatzzeitraum auf BBCH 59 des Winterrapses – erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen – begrenzt worden. Erste Resistenzen auch gegen diese Wirkstoffgruppe sind beim Rapsglanzkäfer bereits nachgewiesen.

Für die Bekämpfung der Schotenschädlinge sind nach dem Wegfall von Biscaya nur noch Pyrethroide zugelassen. Wegen der Resistenz beim Kohlschotenrüssler sollte sich die Behandlung an der Kohlschotenmücke festmachen, wobei auf das Auftreten von Kohlschotenrüsslern zu achten ist. Falls eine Insektizidspritzung notwendig sein sollte, ist diese unabhängig von einer Sklerotiniabekämpfung am Termin des Mückenzuflugs auszurichten, wobei i.d.R. eine Randbehandlung reicht. Zu Schonung von Schlupfwespen in den Rapsbeständen sollte das nützlingsschonendere Mavrik Vita eingesetzt werden.