Herbstbestellung

Rapsaussaat bis in die erste Septemberdekade hinein

Rapsaussaat
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 01.09.2021 - 06:13

Die verzögerte Getreideernte durch die kühlfeuchte Witterung verschiebt die Bestellung der Felder zeitlich nach hinten.

In den vergangenen Wochen haben massive Niederschläge in einigen Regionen Deutschlands die Getreideernte verzögert und damit auch die Bestellung der Felder mit Winterraps. Vor diesem Hintergrund verweist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) auf die Möglichkeit, moderne spätsaatverträgliche Rapssorten auch noch in der ersten Septemberdekade erfolgreich auszusäen. Empfehlenswert sind erhöhte Saatstärken sowie eine hochwertige Beizung zur Förderung der Jugendentwicklung in einem gut vorbereiteten Saatbett.

Gute Marktaussichten

Angesichts der in den letzten Wochen stark angezogenen Erzeugerpreise für Raps der Ernte 2022 ist der Rapsanbau laut Ufop als sehr attraktiv einzuschätzen. Betriebswirtschaftlich von großer Bedeutung ist darüber hinaus der erhebliche Vorfruchtwert von Raps von bis zu 300 EUR je Hektar.

Neben den arbeitswirtschaftlichen Aspekten sind bei der Bewertung auch die Auswirkungen auf Bodenfruchtbarkeit, Unkrautsituation und die Eindämmung von Schaderregern zu beachten. So fördert Raps durch seine lange Bodenbedeckung, starke Pfahlwurzeln und große Mengen an Ernte- und Wurzelrückständen die biologische Aktivität sowie die Strukturbildung des Bodens und die Biodiversität. Aus früheren Fruchtfolge-Dauerversuchen liegen Daten zu den Mehrerträgen des Weizens nach Raps in Höhe von 7 bis 20 Dezitonnen je Hektar vor, die heute noch Gültigkeit besitzen. In der Praxis werden diese Mehrerträge mit rund 10 Prozent bemessen, wobei der Rapsweizen auch durch Einsparungen bei der N-Düngung und dem Pflanzenschutz besser abschneidet als Stoppelweizen. Unter den Restriktionen der neuen Düngeverordnung gewinnt dieser Aspekt aktuell nochmals an Bedeutung. Insbesondere bei der Auflockerung getreidereicher Fruchtfolgen kann der Raps seine Stärken ausspielen.