Pflanzenbau

Raps auf Erdflohbefall kontrollieren

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Redaktion Wochenblatt
am Freitag, 01.10.2021 - 10:01

Rapserdflohbefall heuer regional stärker und zu deutlich früherem Zeitpunkt als im Vorjahr zu verzeichnen.

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In der noch jungen Rapsanbausaison 2021/22 war das Auftreten des Rapserdflohs gegenüber dem Vorjahr regional stärker und zu einem deutlich früheren Zeitpunkt zu verzeichnen. Das berichtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) und weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bestände weiter engmaschig auf Befall überwacht werden sollten – und bei Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes eine Pyrethroidbehandlung erfolgen sollte.

So sei in einigen Hotspots bereits eine Insektizidbehandlung notwendig gewesen, weil der Bekämpfungsrichtwert von über 10 Prozent Lochfraß bis zum 3-Blatt-Stadium bereits überschritten war.

Richtwerte für die Bekämpfung

Während nun der Reifungsfraß des Rapserdflohs vor dem Beginn der Eiablage zu Ende geht, muss deren Aktivität auch weiterhin überwacht werden. In diesem Zusammenhang ruft die Ufop in Erinnerung, dass die Larven des Erdflohs den Hauptschaden über Winter setzen, wenn der Vegetationskegel des Rapses in Mitleidenschaft gezogen wird. Kräftige Einzelpflanzen können dabei einen größeren Besatz an Larven tolerieren als schwache Pflanzen.

Konkret können folgende Bekämpfungsrichtwerte herangezogen werden:

  • Bis zum 6-Blatt-Stadium liegt der Bekämpfungsrichtwert bei 50 Erdflöhen in der Gelbfangschale innerhalb von drei Wochen. Es wird allerdings empfohlen, pro Schlag mindestens zwei Gelbfangschalen aufzustellen, da die Fängigkeit in verschiedenen Bereichen des Schlages stark variieren kann.
  • Ab Oktober/November sollte außerdem der Larvenbefall je Pflanze für die Schädlingsüberwachung herangezogen werden. Hier liegt der Bekämpfungsrichtwert bei drei (schwache Bestände) bis fünf Larven pro Pflanze.

Nur eine Wirkstoffklasse

Eine gegebenenfalls weitere Insektizidbehandlung nach Überschreiten des Bekämpfungsrichtwertes durch Gelbschalenfänge oder Larvenbesatz sollte in der Regel erst ab Ende September erfolgen. So wird gewährleistet, dass auch spät zugeflogene Käfer erfasst werden.
Mit einer Insektizidmaßnahme im Oktober werden die kleinen Larven noch ausreichend bekämpft. Eine Bekämpfung des Rapserdflohs darf allerdings nur bei Überschreitung der verschiedenen oben genannten Bekämpfungsrichtwerte erfolgen – denn jede weitere Flächenbehandlung mit der einzigen zugelassenen Wirkstoffklasse der Pyrethoide beschleunigt die weitere Resistenzentwicklung.

Eine Zulassung von Insektiziden anderer Wirkstoffklassen als dem derzeit verfügbaren, die zudem eine starke Wirkung gegen den Rapserdfloh aufweisen, ist in absehbarer Zeit nicht in Aussicht.

 

Mit Material von Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen