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Pflanzenschutz

Prochloraz darf nicht mehr an die Gerste

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Karola Meeder
Karola Meeder
am Donnerstag, 05.03.2020 - 12:23

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Prochloraz die Spritzanwendungen an Gerste widerrufen. Folgende Mittel sind betroffen: Ampera, Eleando, Kantik und Mirage 45 EC.

Die Anwendungen dieser Mittel an Gerste sind ab sofort nicht mehr zulässig. Andere Anwendungen dieser Pflanzenschutzmittel bleiben von der Entscheidung unberührt. Der Widerruf gilt auch für zugehörige Pflanzenschutzmittel des Parallelhandels.

Zum Hintergrund: In der EU werden die Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe regelmäßig überprüft. Dabei hat die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA ein Verbraucherrisiko identifiziert: Die akute Referenzdosis (ARfD) für Prochloraz in Rinderleber kann durch die Verfütterung von Gerste überschritten werden. Deshalb wurde der RHG u. a. für Gerste von 1,0 mg/kg auf 0,03 mg/kg abgesenkt. Die Verordnung gilt ab dem 4. September 2020.

Eine Prüfung durch das BVL ergab, dass durch Spritzanwendungen von Pflanzenschutzmitteln mit Prochloraz an Gerste der neue RHG von 0,03 mg/kg nicht eingehalten werden kann. Um ein Risiko für die Verbraucher zu vermeiden, hat das BVL solche Anwendungen noch vor dem Wirksamwerden der Verordnung widerrufen.

Mit dem Widerruf dieser Anwendungen kann die Verfütterung bereits behandelter Gerste nicht geregelt werden. Aus Verbraucherschutzgründen sollte sie aber ab sofort nicht verfüttert werden, da die Möglichkeit einer Überschreitung der Rückstandshöchstgehalte bei Lebensmitteln tierischer Herkunft nicht ausgeschlossen werden kann.