Ratschlag

Pflanzenzüchter warnen vor unaufgeforderten Saatgutsendungen

Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Freitag, 21.08.2020 - 14:46

Derzeit erhalten Privatpersonen weltweit Saatgutsendungen unbekannten Ursprungs. Vorsicht meint dazu der BDP.

Postsendung

Bonn - Aufgrund der mangelnden Informationen über Absender und Inhalt der Postsendungen müsse zunächst davon ausgegangen werden, dass möglicherweise notwendige phytosanitäre Anforderungen nicht beachtet wurden, warnt der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter. Von der Aussaat der Samen rät er BDP daher ab. „Es ist nicht auszuschließen, dass das Saatgut mit Krankheitserregern oder Schädlingen belastet ist, die sich bei der Aussaat oder der Entsorgung in Kompost oder Biotonne verbreiten könnten“, sagt BDP-Geschäftsführer Dr. Carl-Stephan Schäfer.

Personen, die unaufgeforderte Saatgutsendungen erhalten, können sich bei dem zuständigen Pflanzenschutzdienst über den richtigen Umgang mit dem unbekannten Saatgut informieren. Die Ansprechpartner sind auf der Internetseite des Julius Kühn-Instituts aufgelistet: https://pflanzengesundheit.julius-kuehn.de/ansprechpartner.html

Weltweites Phänomen

Zunächst wurden diese Sendungen hauptsächlich in den USA beobachtet, aber auch in Europa mehren sich die entsprechenden Meldungen. Die Prüfung des Gesundheitsstatus von Saat- und Pflanzgut wird in Deutschland und der EU in erster Linie in der EU-Pflanzengesundheitsverordnung (EU) 2016/2031 geregelt. Die amtliche Kontrolle stellt sicher, dass nur Saat- und Pflanzgut auf den Markt gelangt, das frei von Schad- und Krankheitserregern ist.

Gesundes Saat- und Pflanzgut sei die Voraussetzung für eine nachhaltige Versorgung der Bevölkerung, so der BDP. Nur Saat- und Pflanzgut, das frei von Krankheiten sei, könne Grundlage für die sichere Lebensmittelversorgung sein.