Maisanbau

Pflanzenschutz - Mais hat niedrigen Behandlungsindex

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Ulrich Graf
am Freitag, 02.08.2019 - 11:22

Öffentlichkeit geht häufig von falschen Annahmen aus.

Braunschweig – Dem Mais wird regelmäßig ein hoher Bedarf an chemischem Pflanzenschutz nachgesagt, obwohl Mais im Vergleich zu allen anderen Ackerkulturen den niedrigsten Behandlungsindex aufweist. Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes lassen sich zum Beispiel bei der Unkrautbekämpfung im Mais sehr gut umsetzen. Allerdings setzt der Einsatz von Hacke und Striegel einen höheren Beratungsaufwand voraus als dies bei einer chemischen Bekämpfungsmaßnahme der Fall ist.

Zu diesem Ergebnis kamen die rund 75 Teilnehmer der diesjährigen Pflanzenschutztagung des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) in Braunschweig. Während die Bundesregierung in ihrem „Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz“ den Ausbau der amtlichen Beratung festgeschrieben hat, sieht die Realität jedoch anders aus. Viele Stellen im öffentlichen Bereich werden gestrichen und damit sinkt auch die Zahl der Berater vor Ort. Dies macht deutlich, dass der integrierte Pflanzenbau in der Praxis kein Selbstläufer ist.

Doch nicht nur die mangelnde Beratung führt zu einer geringen Umsetzung des integrierten Pflanzenbaus. Dr. Florian Kloepfer vom KTBL e.V. erläuterte, dass mit steigender Maisanbaufläche auch der Arbeitszeitbedarf für Unkrautbekämpfungsmaßnahmen steigt. So haben verschiedene Verfahren der mechanischen Unkrautbekämpfung zwar einen monetären Vorteil gegenüber der Pflanzenschutzspritze, doch ist die Zahl der nutzbaren Feldarbeitstage beschränkt und damit auch der Einsatzzeitraum von Hacken und Striegeln limitiert. Da in diesem Bereich jedoch ein hoher technischer Fortschritt zu erwarten ist, sollten teilautonome Systeme oder Roboter in der nahen Zukunft Realität werden.