Stimmungslage

Nur kleine Hoffnungsschimmer

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Sepp Kellerer
am Donnerstag, 13.09.2018 - 09:54

Einen Hoffnungsschimmer beschert mir diese Woche der Wetterbericht beim Schreiben dieser Zeilen, wenn auch nur einen kleinen.

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Ein Blick auf die Vorhersage kündigt Regen an, wenn auch nur ein paar Millimeter. Egal, wir sind ja praktisch im ganzen Freistaat immer noch froh um jeden Tropfen Nass, der Felder und Wiesen wässert.

Einen echten Hoffnungsschimmer für das Grünland – besonders im dürregebeutelten Franken – gibt mir unser Beitrag auf der Seite 32. Auch wenn die Wiesen und Weiden immer noch braun „leuchten“, so ist es doch recht wahrscheinlich, dass sie im nächsten Frühjahr wieder kräftig grün sprießen, und zwar ohne großes Eingreifen durch den Bewirtschafter. Die Erfahrung zeigt, dass die Gräser solche Extreme wie in diesem Sommer dann doch recht gut wegstecken, sofern ihnen irgendwann ausreichend Nährstoffe und Wasser zur Verfügung stehen.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es inzwischen auch wieder für die Ferkelerzeuger hierzulande, und zwar in Bezug auf die Ferkelkastration. Ein Hersteller von Tierarzneien hat die Zulassung eines Betäubungsmittels eingeleitet, das als Gel auf die Haut aufgesprüht wird und dann für eine wirksame Schmerzausschaltung an den behandelten Körperstellen sorgt. Wenn alles gut geht, könnte das Mittel Ende 2019 oder Anfang 2020 in der Praxis verfügbar sein. Fraglich ist jedoch, was passiert ab 1. Januar 2019 bis dahin? Vielleicht brauchen wir das Mittel dann nicht mehr, weil die Ferkelerzeugung komplett nach Dänemark oder in die Niederlande abgewandert ist. Aber nein, ganz so hoffnungslos will ich die Situation nicht einstufen.

Einen Hoffnungsschimmer muss ich lange suchen, wenn ich derzeit den Blick auf den Wald werfe. Die Stürme, die im Winter und Frühjahr über Europa gefegt sind, wirken in Bezug auf den Holzanfall nach, der Käfer frisst munter weiter und zwar auch so ziemlich europaweit. Tschechien meldet – neben enormen Käferholzmengen – sogar das verstärkte Auftreten des Nordischen Fichtenborkenkäfers. Zwar steht noch nicht sicher fest, wie gefährlich der wirklich ist, aber brauchen tun wir den bei uns sicher nicht. Ganz sicher dagegen ist, dass wir uns von dem „Neuen“ nicht ablenken lassen dürfen, wir haben mit dem Buchdrucker genug zu tun und dürfen nicht nachlassen. Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir den Mistkerl noch so lange einigermaßen in Schach halten können, bis der Waldumbau greift.