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Pflanzenschutz

Notfallzulassungen im Rübenanbau

Rüben
Karola Meeder
Karola Meeder
am Donnerstag, 26.03.2020 - 12:40

Mospilan SG, Danjiri und Carnadine sind für die Blattlausbekämpfung zugelassen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Notfallzulassungen für die Pflanzenschutzmittel Mospilan SG, Danjiri und Carnadine für den Zeitraum von 120 Tagen erteilt. Die Notfallzulassungen dienen zur Bekämpfung von Blattläusen beim Anbau von Futter- und Zuckerrüben.
Der Einsatz dieser drei Pflanzenschutzmittel im Rahmen der Notfallzulassung soll als Ergänzung zu den hauptsächlich zu nutzenden zugelassenen Mitteln zur Bekämpfung von Blattläusen und virenübertragenden Blattläusen erfolgen – denn gegen die Wirkstoffe dieser Mittel haben die Blattläuse teilweise Resistenzen entwickelt. Die Notfallzulassungen mit dem Wirkstoff Acetamiprid sind für die deutschen Zuckerrübenbauern wichtig, um die Blattläuse trotzdem bekämpfen zu können.
Alle drei Mittel wurden als nicht bienengefährlich eingestuft. Die Zuckerrübenpflanze ist außerdem für Bienen nicht attraktiv, da sie im Anbaujahr keine Blüten bildet. Das BVL hat für die Mittel Auflagen zum Schutz von anderen Bestäuberinsekten, des Grundwassers und der Anwender erteilt.

Zuckerrübe für Bienen nicht attraktiv

Alle drei Pflanzenschutzmittel enthalten den Wirkstoff Acetamiprid. Dieser neonikotinoide Wirkstoff wurde in der EU im Jahr 2018 erneut überprüft und ist zur Anwendung in Pflanzenschutzmitteln bis 2033 genehmigt. Im Gegensatz zu den Neonikotinoiden Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam, die in Pflanzenschutzmitteln für Freilandanwendungen verboten sind, ist der Wirkstoff Acetamiprid um etwa 2000fach weniger bienentoxisch. Er verbleibt zudem nicht so lange im Boden, sodass er nicht in relevanten Mengen von Nachfolgekulturen aufgenommen wird.

Die zugelassenen Mengen der drei Mittel sind so bemessen, dass maximal 30 000 ha behandelt werden können. Das entspricht etwa 7 % der deutschen Rübenanbaufläche.