Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Bodengehalte

Nmin: Die Kartoffeln folgen dem Trend

Nmin
Dr. Matthias Wendland, Klaus Fischer, Alexander Kavka, LfL Agrarökologie/Düngung, Freising
am Donnerstag, 05.03.2020 - 12:17

Auch die vorläufigen Nmin-Werte für Kartoffeln liegen etwas über dem Schnitt. Für die Berechnung des N-Bedarfs ist die angebaute Sorte nicht mehr entscheidend.

Der bisher erkennbare Trend der Nmin-Werte setzt sich auf den Kartoffelanbauflächen fort: In fast allen bayerischen Regionen steht ein etwas größerer Nmin-Bodenvorrat zur Verfügung als im Durchschnitt der zurückliegenden Jahre. Die vorläufigen Nmin-Werte für Kartoffeln lauten:
  • Oberbayern: 43 kg N/ha
  • Niederbayern: 46 kg N/ha
  • Oberpfalz: 52 kg N/ha
  • Oberfranken: 45 kg N/ha
  • Mittelfranken: 34 kg N/ha
  • Unterfranken: 46 kg N/ha
  • Schwaben: 55 kg N/ha
Liegen keine eigenen Untersuchungen vor, darf auf „weißen“ und „grünen“ Flächen für eine frühzeitig geplante Stickstoffdüngung der vorläufige Nmin-Wert des jeweiligen Regierungsbezirks bei der Düngebedarfsberechnung verwendet werden. Für „rote“ Flächen muss zumindest ein eigenes Untersuchungsergebnis vorliegen, für weitere Kartoffelschläge (ohne eigene Untersuchung) muss der Nmin-Wert simuliert werden. Dies ist mit dem Online-Programm „LfL Düngebedarf“ möglich. Die Düngeverordnung unterscheidet für den Stickstoffbedarf zwischen den verschieden Produktionsrichtungen.
  • Speise- und Stärkekartoffeln: Stickstoffbedarfswert (N-Bedarf) von 180 kg N/ha bei einem Ertrag von 450 dt/ha.
  • Frühkartoffeln: N-Bedarf 220 kg N/ha bei einem Ertrag von 400 dt/ha.
  • Veredelungskartoffeln: Stickstoffbedarfswert 200 kg N/ha bei einem Ertrag von 450 dt/ha.
Die ertragsabhängigen Zu- und Abschläge sind noch zu berücksichtigen. Die in der Vergangenheit empfohlenen Zu- oder Abschläge in Abhängigkeit von der Kartoffelsorte werden nach den aktuellen Vorgaben nicht mehr berücksichtigt. Somit sind Zuschläge nicht zulässig.
Wo die endgültige Dammformung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt, wird die Aufteilung der Düngung empfohlen – und zwar auf leichten Böden bei mehr als 80 kg N/ha, auf mittleren und schweren Böden bei mehr als 100 kg N/ha. Hierbei sollten 60 % der Düngemenge kurz vor dem Legen und 40 % vor dem letzten Anhäufeln ausgebracht werden. Bei stabilisierten N-Düngern ist eine Aufteilung nicht notwendig.

Winterungen: Keine Neuberechnung erforderlich

Von Wintergetreide- und Winterrapsflächen stehen nun in ausreichendem Umfang Daten zur Verfügung, um die endgültigen Nmin-Werte veröffentlichen zu können. Weil der endgültige Nmin-Wert in keinem Regierungsbezirk und bei keiner Fruchtart mehr als 10 kg N/ha über dem vorläufigen Nmin-Wert liegt, ist in keinem Fall eine Neuberechnung der Düngebedarfsermittlung erforderlich – eine Neuberechnung im eigenen Interesse mit den endgültigen Werten ist aber natürlich erlaubt.