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Pflanzenschutz

Neuer Schaderreger im Hopfen

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Karola Meeder
Karola Meeder
am Dienstag, 27.08.2019 - 16:44

Viroid mit hohem Schadpotential in der Hallertau nachgewiesen

Ende Juli wurde in der Hallertau das sogenannte Citrus Bark Cracking Viroid (CBCVd) nachgewiesen. Bisher blieb Deutschland von diesem Viroid verschont – slowenische Hopfenpflanzer haben schon seit 2007 mit dem hochgradig infektiösen CBCVd zu kämpfen, das mechanisch übertragen wird. Beobachtungen aus Slowenien zeigen, dass befallene Pflanzen innerhalb von 3-5 Jahren absterben. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen gibt es nicht – umso bedeutsamer sind daher Vorsorgemaßnahmen. Die Wichtigste ist gesundes Pflanzenmaterial zu verwenden.

Die LfL und der Hopfenring stehen in Kontakt zu den Hopfenanbauern in der Hallertau. Ziel ist es, die Ausbreitung des Viroids zu verhindern. Das Julis-Kühn-Institut (JKI)  und die LfL sehen in dem CBCVd ein hohes phytosanitäres Risiko für ganz Deutschland. Befallener Hopfen muss daher entfernt und vernichtet werden – zudem muss das Wurzelsystem gerodet werden. Nicht nur befallene Pflanzen müssen vernichtet werden, sondern auch die Pflanzen innerhalb des "Sicherheitsbereiches". In Slowenien gilt ein Sicherheitsbereich von 2 m rund um befallene Pflanzen – laut LfL sollte der Sicherheitsbereich aber eher größer gewählt werden.

Zudem müssen Maschinen, Schuhe und Schneidwerkzeuge desinfiziert werden. Betroffene Gärten sollen mehrjährig überwacht werden. Gleichzeitig soll das CBCVd-Monitoring intensiviert werden. Das Monitoring führt die LfL schon seit dem Bekanntwerden der ersten Infektionen in Slowenien durch – allerdings auf freiwilliger Basis, das soll sich nun ändern. Die LfL hat zudem weitere Proben von Hopfenpflanzen in der Hallertau untersucht. Mit diesem Mix aus Maßnahmen „sollte das CBCVd eliminiert werden können“, heißt es von Seiten der LfL.

Die Symptome

Das JKI fasst die Symptome der CBCVd wie folgt zusammen:

  • Infizierter Hopfen weist ein verkümmertes Wachstum auf. Die Internodien des Haupttriebes und der Seitenäste sind deutlich verkürzt. Die Hafthaare der Reben entwickeln sich nicht ausreichend, daher kann die Pflanze sich nicht verankern und normal nach oben wachsen.
  • Infizierte Pflanzen blühen bis zu zehn Tage zu früh.
  • Die Blätter des Hopfens sind kleiner, es bilden sich Bläschen auf den Blättern. Bei einigen Hopfenvarietäten weisen die Blätter Gelbfärbungen auf und die Blattränder rollen sich nach unten.
  • Die Hopfenzapfen sind kleiner und leichter, abnormal geformt und entwickeln weniger Lupulin enthaltende Hopfendrüsen.
  • Die Wurzel der Pflanze wird stark befallen. Es bildet sich eine Trockenfäule, die zum vollständigen Absterben des gesamten Wurzelsystems führt. Die Symptome ähneln zunächst einer „Hop stunt viroid“-Infektion, die Symptome entwickeln sich allerdings deutlich schneller schon nach 4 Monaten bis zu einem Jahr nach der Infektion.