Pflanzenschutz

Neonicotinoide: Deutsche Rübenanbauer geraten ins Hintertreffen

Josef Koch
Josef Koch
am Freitag, 07.08.2020 - 10:49

Frankreich will die Notfallzulassung für Neonicotinoide genehmigen. Es wäre das zwölfte von 19 EU-Ländern mit Rübenanbau. Für deutsche Bauern nehmen die Nachteile zu.

Zuckerrüben-Pflanze

Anlässlich der Ankündigung des französischen Agrarministeriums, die Notfallzulassung für Neonicotinoide im Zuckerrübenanbau zu genehmigen, fürchtet die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker Wettbwerbsnachteile für die deutschen Rübenanbauer.
 
„Die Entscheidung des französischen Agrarministeriums, sich nun doch für eine nationale Notfallzulassung von Neonicotinoiden einzusetzen, zeigt, in welcher Sackgasse sich die Rübenanbauer aktuell befinden", so Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker. Nach dem Wegfall dieser Wirkstoffe gebe es für sie derzeit keine wirksame Alternative, um sich vor Schädlingen und Viren zu schützen. Es drohten erhebliche Ertragsverluste und der Ausstieg aus dem Rübenanbau.
 

Frankreich ist kein Einzelfall

Sollte die Notfallzulassung in Frankreich vom Parlament beschlossen werden, verschärft das laut Gebhard die ohnehin schon massiven Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU weiter - zu Lasten der deutschen Anbauer.

"Als größtes Zuckerrüben-Anbauland wäre Frankreich der zwölfte von 19 rübenanbauenden Mitgliedstaaten mit Notfallzulassung. Das Bundeslandwirtschaftsministerium darf dieser Entwicklung nicht tatenlos zuschauen. Die deutsche Zuckerwirtschaft fordert Fair Play für den deutschen Rübenanbau,“ verlangt der Vorsitzende.