Düngeverordnung

Nährstoffüberschüsse schrumpfen deutlich

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Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Mittwoch, 10.03.2021 - 11:40

In seinem Nährstoffbericht 2019/20 weist das Land Niedersachsen erstmals eine ausgewogene Stickstoffdüngung auf Landesebene aus.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast präsentierte am heutigen Mittwoch (10.3.) den insgesamt 8. Nährstoffbericht. Es ist zugleich der erste Nährstoffbericht auf Grundlage der novellierten Düngeverordnung vom April 2020. „Die Nährstoffüberschüsse schrumpfen deutlich und zeigen eine sehr positive Entwicklung", betonte Otte-Kinast.

Tierzahlen und Mineraldüngerabsatz sinken

Die Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) hat die Wirtschaftsdüngerbilanz erstellt. Das Ergebnis: Die Verbringung von Wirtschaftsdüngern und Gärresten stieg im Meldejahr 2019/2020 auf einen neuen Rekordwert von 37,9 Millionen Tonnen Frischmasse (Vorjahr: 35,7 Mio. Tonnen). Gute Wetterbedingungen begünstigten zusätzlich das Aufbringen von organischem Dünger im Frühjahr.

Hinzu kam ein weiterhin rückläufiges Nährstoffaufkommen aus der Tierhaltung, da die Tierzahlen besonders im Bereich Weser-Ems sinken. Das wirkt sich positiv auf den Stickstoff aus: Insbesondere durch einen historischen Tiefstand des Mineraldüngerabsatzes (rund 200.000 Tonnen) sowie eine weiter rückläufige Stickstoffausbringung aus organischen Düngemitteln hat sich das Stickstoff-Düngesaldo (berechneter Bedarf vs. Düngung) von rund 31.000 Tonnen auf nur noch rund 692 Tonnen verringert. Zugleich überschreitet mit Cloppenburg nur noch ein Landkreis die gesetzliche Stickstoff-Obergrenze von 170 kg N pro Hektar. Im vorherigen Berichtszeitraum lagen landesweit noch fünf Landkreise über dieser Grenze. Damit hat sich der Stickstoffdüngesaldo so weit verringert, dass erstmals eine nahezu ausgewogene Stickstoffdüngebilanz auf Landesebene errechnet wurde.

Ministerin zeigt sich zufrieden

„Mit unserem Vorgehen erreichen wir die geforderten Ziele. Eine stringente Umsetzung des Düngerechts sowie eine effektive risikoorientierte Überwachung, unterstützt durch elektronisch erfasste Meldedaten führen zum Erfolg", erklärte Ministerin Otte-Kinast. Positiv erwähnte sie in diesem Zusammenhang auch, dass noch nie zuvor so viel Gülle und Mist als Substratinput in Biogasanlagen eingesetzt wurden.

„Ohne das entschlossene und engagierte Handeln unserer Landwirtinnen und Landwirte wäre diese positive Entwicklung auf Landesebene nicht möglich gewesen", betonte Ministerin Barbara Otte-Kinast. So wurde der Nährstoffüberschuss von 80.000 Tonnen Stickstoff im Berichtszeitraum 2014/15 kontinuierlich auf nunmehr lediglich 692 Tonnen auf Landesebene reduziert.

In Bezug auf Phosphor besteht mit rund 28.000 Tonnen Phosphat weiterhin ein großes Einsparpotential und somit hoher Handlungsbedarf. „Das Ziel, einen günstigen Zustand des Grund- und Oberflächenwassers zu erreichen, bedarf in Niedersachsen weiterhin starker Anstrengungen", stellte die Landwirtschaftsministerin fest.