Destatis

Mehr Getreide und ein Viertel weniger Raps gesät

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Karola Meeder Portrait 2019
Karola Meeder
am Donnerstag, 20.12.2018 - 12:59

Zahlen zur Herbstaussaat: Die Rapsfläche in Deutschland soll sich von 1,22 Millionen Hektar auf rund 917.000 verringert haben.

Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland haben in diesem Herbst die Aussaat von Wintergetreide im Vergleich zum Vorjahr um 438 800 ha oder 8,8 % auf insgesamt 5,43 Mio ha ausgedehnt. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit.

Kräftig zurückgefahren wurde demnach der Anbau von Winterraps: Während sich zur Ernte 2018 die betreffende Fläche noch auf 1,22 Mio ha belief, sind es aktuell mit 917 100 ha gut 306 000 ha oder ein Viertel weniger. Laut Destatis beruhen die hochgerechneten Aussaatflächen auf Mitteilungen einer begrenzten Anzahl von Ernteberichterstattern in den Bundesländern von Ende November. Daher seien diese Ergebnisse als Anbautendenzen zu bewerten, die sich bis zur Ernte 2019 noch durch Auswinterungsschäden, Schädlings- und Krankheitsbefall ändern könnten, so die Statistiker.

Ihren Hochrechnungen zufolge wurde die Aussaat von Winterweizen, der bedeutendsten Getreideart in Deutschland, um 133 400 ha beziehungsweise 4,6 % auf 3,03 Mio ha vergrößert. Für die Wintergerste weist Destatis eine Flächenzunahme von fast 13 % auf 1,37 Mio ha aus; absolut sind das 156 400 ha mehr als im Erntejahr 2018. Den Anbau von Triticale haben die Landwirte um schätzungsweise 34 200 ha oder 9,6 % auf 391 800 ha ausgedehnt. Einen noch deutlicheren Zuwachs gab es bei der Aussaat von Roggen und Wintermenggetreide: Zur Ernte 2019 umfasst diese 637 000 ha, was einer Ausdehnung von 22,0 % entspricht.

Mit seiner jetzt ausgewiesenen Winterrapsfläche liegt das Bundesamt  deutlich unter den privaten Schätzungen. So hatte das „Kleffmann CropRadar“ Anfang Dezember  auf einen Rückgang von 21,6 % hingedeutet, was 960 000 ha entsprochen hätte. Laut den Statistikern in Wiesbaden wurde der Rapsanbau in allen Bundesländern eingeschränkt. Sie führen das vor allem auf die Trockenheit vor und nach der Aussaat zurück. Am kräftigsten ging der Winterrapsanbau ihren Angaben zufolge in Sachsen-Anhalt mit 49 % zurück, gefolgt von Hessen mit 40 % und Brandenburg mit 39 %.