Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Maisanbau

Mais säen geht jetzt los – aber nicht überall

new holland-traktor bei der maissaat
Wolfgang Piller
Wolfgang Piller
am Freitag, 22.04.2022 - 11:46

Maisanbauer mussten heuer Geduld aufweisen. Nun werden die Böden langsam wärmer und die Bauern dürfen an den Start denken - aber nicht überall.

Ungeduld war heuer keine gute Eigenschaft für Maisanbauer. Der kühle April und seine frostigen Nächte haben eine frühe Saat verhindert. Doch die Lage ändert sich nun langsam, die Böden dürften sich an vielen Orten mittlerweile über 8 °C erwärmt haben und damit die für die Maissaat kritische Schwelle überschritten haben. Darauf weist das Deutsche Maiskomitee hin – nicht ohne gleich noch eine kleine Warnung auszusprechen: Denn die kommenden Tage und vor allem Nächte dürften die Erwärmung der Böden nochmals bremsen.

Immer noch aufs Thermometer schauen

Die Ackerbauern sollten deshalb das Thermometer im Auge behalten. Denn den wertvollen Maissamen in zu kalte Böden zu legen, ist riskant. Allzulange sollten die Maiskörner nicht im Boden liegen ohne zu keimen. Auflaufkrankheiten drohen und Krähen und andere Samenpicker haben länger einen gedeckten Tisch vor sich.

Geduld bei der Maissaat ist auch selten ein Nachteil. Die letzten Jahre haben laut dem Maiskomitee immer wieder gezeigt, dass die Bestände, die erst Anfang Mai, aber dafür in wüchsigere Phasen, gelegt wurden, gegenüber Anfang April und in kühle Tage hinein gesäte Bestände mithalten konnten.

Sind die Böden auch feucht genug?

Ein zweiter Blick der Maisanbauer gilt der Bodenfeuchte. Zum Aufquellen und Auskeimen brauchen die Maiskörner genug Wasser. Das Bodenwasser dürfte heuer ausreichen, meint das Maiskomitee. Die nutzbaren Feldkapazitäten lägen deutlich überhalb von 70 %. Allerdings gilt das nicht überall – zum Beispiel in Ostdeutschland gibt es Landstriche, die das bei weitem nicht erreichen. Und das dürfte sich in den nächsten Tagen kaum ändern.