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Gülleausbringung

Dem Mais ins Maul düngen

G-4-Hackgerät
Helga Gebendorfer
am Freitag, 16.07.2021 - 09:39

Der Mais zählt zu den besten Verwertern von organischem Dünger im Ackerbau. Bei einem Maschinenring-Infotag bei Schrobenhausen stand die effiziente und bodenschonende Gülleausbringung im stehenden Maisbestand im Mittelpunkt.

G-2-Pühringer

Wir wollen heute Möglichkeiten aufzeigen, wie mit der in den Ringgebieten vorhandenen Technik boden- und umweltschonend zum bestmöglichen Zeitpunkt Wirtschaftsdünger ausgebracht werden kann“, stellte Hermann Frank, Vorsitzender des Maschinenrings Neuburg-Schrobenhausen, bei der Begrüßung fest und freute sich über die gut 100 interessierten Landwirte, die den Weg zum Versuchsfeld von Manfred und Stefan Wenger in Mühlried bei Schrobenhausen gefunden hatten.

Zunächst hatte Dr. Sebastian Gresset vom Fachzentrum Agrarökologie am AELF eine Reihe von Informationen zu den Vorgaben der Düngeverordnung mitgebracht. „Späte Düngung im Mais macht fachlich Sinn“, erläuterte der Fachmann. Im 6-Blatt-Stadium bei rund 50 cm Wuchshöhe hat die Kultur ein ordentliches Wurzelnetz ausgebildet, sodass Nährstoffe in Maßen komplett aufgenommen werden. Außerdem fördert die warme Witterung die Nitrifikation und sorgt dafür, dass die Nährstoffe sehr schnell umgesetzt werden und den Pflanzen zur Verfügung stehen. „Deshalb ist jetzt gerade der richtige Zeitpunkt, Wirtschaftsdünger auszubringen“, meinte Gresset.

Es gibt keine Pauschallösung

G-1-Zunhammer-Aufmacher

Angesichts der extrem vielen, schwer umsetzbaren Herausforderungen der Düngeverordnung erklärte er: „Die Situation ist sehr herausfordernd. Es gibt keine Pauschallösung, sondern jeder Betrieb muss an einer Reihe von kleinen Drehschrauben arbeiten und viele Maßnahmen in Kombination umsetzen, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“

Bei der Maschinenvorführung zeigten sich vier Ausbringfahrzeuge:

  • Der Zunhammer Pumptankwagen mit Schleppschuhverteiler von Josef Kügle, Winden, ist ein gezogenes Fass. Der Standard-Verteiler legte die Gülle eher oberflächlich ab. Bei schnellerer Fahrt wurden die Maispflanzen zum Teil umgedrückt, da die Schläuche auch auf den Maisreihen laufen.
  • Beim gezogenen Pühringer Pumptankwagen mit Bomech Schleppschuh von Roland Haslauer, Edenhub, wurden jeweils drei Schläuche zusammengefasst, damit die Gülle zwischen den Maisreihen abgelegt wird. Ein zusätzlich angebrachter Zustreicher bedeckte einen Großteil der Gülle mit Erde, sodass die Emissionen gering gehalten werden.
G-3-Vredotrac
  • Gezogen wurde auch der Zunhammer Pumptankwagen mit Selbstbau-Zinkengrubber von Roman Leitner, Peutenhausen. Der Grubber läuft zwischen den Maisreihen und arbeitet die Gülle direkt ein. Dadurch werden die Verluste stark reduziert. Ein zusätzlicher Zustreicher würde die Bedeckung der Gülle noch verbessern.
  • Schließlich war noch der Vredotrac-Selbstfahrer mit Güllegrubber von Manfred Huber, Ecknach, im Einsatz. Auch hier läuft der Grubber zwischen den Maisreihen. Da die Hinterachse separat gelenkt werden kann, ist auch ein sicheres Arbeiten am Seitenhang möglich. Die Gülle wird vollständig in den Boden eingebracht und somit die Verluste minimiert. Durch die Tandembereifung wird der Bodendruck auf zwei Reihen verteilt.
  • Zudem wurde ein Hackgerät vorgeführt, mit dem gleichzeitig Mineraldünger ausgebracht werden kann. Der Lohnunternehmer Popfinger aus Weichselbaum stellte anschließend seine selbst entwickelte Maschine mit einer Arbeitsbreite von 6,75 m vor. Die Aggregate können einzeln ausgehoben werden, um auch bei spitz zulaufenden Feldern arbeiten zu können. Bei der Vorführung wurde mit dem Gerät die Gülle, die mit dem Standard-Schleppschuhverteiler ausgebracht wurde, eingearbeitet.

Hoher Bodendruck

Messungen vom Bodendruck der Ausbringfahrzeuge ergaben, dass das schwerste Fahrzeug, der Selbstfahrer, aufgrund der höheren Aufstandsfläche, also durch die Verteilung des Gewichts auf acht Räder, im Vergleich die geringste Bodenbelastung pro Quadratmeter hat. Allerdings ist der Druck immer noch verhältnismäßig hoch.

„Jede der vorhandenen Techniken funktioniert, um die Gülle und den Gärrest in den stehenden Mais einzubringen. Durch die bodennahe Ausbringung werden die Ammoniakverluste reduziert, bei der Direkteinarbeitung noch weiter minimiert“, lautete am Ende das Fazit von Max Stadler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Pfaffenhofen a.d. Ilm sowie der beiden MR-Geschäftsführer Marcus Kawasch und Franz Roth. Die Veranstaltung in Mühlenried zeigte, dass eine sinnvolle Düngung mit Wirtschaftsdünger in stehendem Mais praktikabel und zielführend ist.