Erbsenzähler oder besser Linsenzähler gesucht

Körnerleguminosen

Leguminose
Ulrich Graf
Ulrich Graf
am Dienstag, 23.03.2021 - 12:16

Die LfL will in einem Forschungsprojekt das Wissen um Speiseleguminosen voranbringen und dabei gerne auf Praktiker zurückgreifen.

Linsen, Bohnen und Kichererbsen liegen im Ernährungstrend und ihr Anbau scheint lukrativ. Und die bayerischen Landwirte interessieren sich genau dafür. Einziges Problem: Es ist viel Wissen um deren Anbau verloren gegangen. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Speiseleguminosen BioBayern“ initiiert. Der kommerzielle Anbau von Linsen und Co. ist in Bayern in der Mitte des letzten Jahrhunderts nahezu vollständig zum Erliegen gekommen. Mit verloren gegangen sind die Kenntnisse und Erfahrungen zu ihrem Anbau, es fehlen Praxistipps und Beratungsunterlagen für bayerische Standortverhältnisse. Diese Lücke möchte das LfL-Forschungs- und Innovationsprojekt schließen.

    Informationen gesucht – Linsenanbau in Bayern vor 1970

    Linsen

    Im Rahmen des LfL-Forschungsprojektes „Besondere Speiseleguminosen BioBayern“ sucht die LfL in Freising Informationen zum Linsenanbau in Bayern vor 1970. Wenn Sie Erinnerungen, Berichte, Hofchroniken oder Bilder dazu haben und diese uns für eine kurze Geschichte des Linsenanbaus in Bayern zur Verfügung stellen möchten, senden Sie uns bitte die Dokumente als Anhang in einer E-Mail an baerbel.eisenmann@lfl.bayern.de. Gerne auch Informationen zum damaligen Anbau von Buschbohnen, Kichererbsen und Platterbsen. Informationen zu diesem Projekt finden Sie im Internet unter: www.lfl.bayern.de/speiseleguminosen. Ansprechpartner ist Bärbel Eisenmann, Kompetenzzentrum Ökolandbau am LfL-Institut für Agrarökologie.

    Das Projekt lebt von dem Austausch, daher wird im Rahmen des Projektes ein Praxisnetzwerk für „Besondere Speiseleguminosen“ aufgebaut. Bei Feldbegehungen können sich interessierte Landwirte direkt mit den Forschenden austauschen und Anbauthemen zusammen erörtern und weiterentwickeln.

    Teilziele des LfL-Projektes „Speiseleguminosen BioBayern“ sind:

    • Die Entwicklung von produktionstechnischen Grundlagen für besondere Speiseleguminosen für Praxis und Beratung
    • Die Klärung des Marktbedarfs und der Qualitätsanforderungen entlang der Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller
    • Der Aufbau eines Praxisnetzwerkes „Besondere Speiseleguminosen“ aus Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel.

    Stickstoffbinder und Eiweißlieferant

    Die sogenannten Speiseleguminosen oder Hülsenfrüchte liefern hochwertiges pflanzliches Eiweiß für den Menschen und sind wegen ihrer Symbiose mit den Knöllchenbakterien besonders umweltschonend im Anbau. In Verbindung mit aktuellen Ernährungstrends steigt die Nachfrage nach diesen Lebensmitteln, insbesondere nach regional erzeugter Öko-Ware.

    Der Anbau dieser Mähdruschfrüchte soll in Bayern gemeinsam mit Erzeugern, Verarbeitern und dem Handel entwickelt werden. Die LfL will die Anbaufläche und die Marktversorgung steigern. Diese regional erzeugten, bayerischen und ökologischen Lebensmittel können neue Marktpotenziale erschließen und sowohl den Speisezettel als auch die Vielfalt auf dem Acker bereichern.

    Das Forschungs- und Innovationsprojekt „Speiseleguminosen BioBayern“ erarbeitet bis Mai 2023 Praxistipps und Beratungsunterlagen für bayerische Standortverhältnisse. In Demonstrationsversuchen auf Pionierbetrieben und die Bündelung von Praxiserfahrungen sollen produktionstechnische Herausforderungen identifiziert und eine praxisreife Lösung gefunden werden. Die LfL arbeitet hier auch eng mit Experten aus Baden-Württemberg und der Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt in Tirol für Landwirtschaft und Ernährung sowie Lebensmittel- und Biotechnologiee in Raumberg-Gumpenstein in Österreich zusammen.