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Forschung

Klimawandel beeinträchtigt Bodengesundheit

Agra-Europe
am Montag, 10.02.2020 - 13:56

Hitze und Trockenheit schwächen sämtliche Böden die Widerstandskraft gegen den Pilz Pythium ultimum.

Kassel/Bonn - Die Gesundheit landwirtschaftlicher Böden könnte durch den Klimawandel gravierend beeinträchtigt werden. Darauf deutet eine Studie der Universitäten Kassel und Bonn hin. Wie die Hochschulen berichteten, wurden in der Studie die Auswirkungen eines trocken-heißen Stressereignisses auf die Kultur von Erbsen untersucht. Dabei habe sich gezeigt, dass Hitze und Trockenheit bei sämtlichen Böden die Widerstandskraft gegen den Pilz Pythium ultimum stark geschwächt hatte.

Für ihre Untersuchungen verglichen die Wissenschaftler Bodenproben von Standorten aus dem feucht-kühlen Schottland, dem gemäßigten Nordost-Deutschland und dem trocken-warmen Osten Ungarns. Die Proben seien samt der darin lebenden Mikroorganismen mit 40 °C und Trockenheit behandelt und dann mit dem Pilz infiziert worden, bevor die Erbsen eingesät worden seien.

Schootische Böden mit höchstem Stress

Laut Prof. Thomas Döring von der Universität Bonn überlebten nur wenige der jungen Pflanzen, und diese verkümmerten unter dem Pilzbefall. Bei sämtlichen Böden habe das Stressereignis die Widerstandskraft gegen den Pythium-Pilz stark verringert.

Am stärksten war das Döring zufolge bei den Böden aus Schottland zu beobachten; die geringste Beeinträchtigung hätten die ungarischen Böden gezeigt. Offenbar seien die schützenden Mikroorganismen des kühl-feuchten Schottlands weniger an Hitze und Trockenheit angepasst als jene in ungarischen Böden, die häufig hohen Temperaturen und Dürren im Sommer ausgesetzt seien.

Nach Angaben der Universitäten verfügen Böden über Schutzmechanismen gegen Erreger wie den Pythium-Pilz. Andere Pilze könnten die Wurzeln schützen und manche Mikroorganismen den Schädling bekämpfen.

Wie gut sich die Böden nach einem Witterungsextrem erholen können, untersuchten die Wissenschaftler, indem sie nach der Behandlung mit den Stressfaktoren eine mehrwöchige Pause einlegten, bevor sie den Pilz einbrachten und die Erbsen aussäten. Dabei habe sich in einer Bodenprobe aus Schottland eine gewisse Erholung gezeigt, denn es seien etwas mehr Erbsen gewachsen.

Bei den Proben aus Ungarn habe die Erholungsphase hingegen die schädliche Wirkung des Pilzes eher verstärkt. „Entscheidend scheint, wie schnell sich die schützenden Mikroorganismen nach dem Stressereignis wieder vermehren können“, erklärte Dr. Christian Bruns von der Universität Kassel.